Mira-Lobe-Schule wird Vorbild für weitere Schulprojekte Mehr als 80 Jahre altes Gebäude modernisiert – Erfahrungen fließen in das Linzer Schulausbauprogramm ein
Bestehende Gebäude intelligent weiterentwickeln, statt zusätzliche Flächen für Neubauten zu beanspruchen: Diesen Weg ist die Stadt Linz bei der Mira-Lobe-Schule am Aubrunnerweg 43 gegangen. Ein mehr als 80 Jahre altes ehemaliges Kasernengebäude wurde umfassend saniert und zu einem modernen Bildungsstandort für Schule und Hort weiterentwickelt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen künftig auch in die Umsetzung des Linzer Schulausbauprogramms einfließen.
Am Standort sind heute die Volksschulen 40 und 51 sowie der Hort Johann-Wilhelm-Klein-Straße unter einem Dach vereint. Auf rund 4.000 Quadratmetern stehen 13 Klassen für etwa 320 Schüler*innen sowie sieben Hortgruppen für rund 160 Kinder zur Verfügung.
„Die Mira-Lobe-Schule zeigt, welches Potenzial in bestehenden Gebäuden steckt. Statt zusätzliche Flächen zu verbrauchen, haben wir ein mehr als 80 Jahre altes Gebäude umfassend modernisiert und an die heutigen Anforderungen angepasst. So schaffen wir zeitgemäße Bildungsräume und gehen gleichzeitig verantwortungsvoll mit bestehenden Ressourcen und Flächen um“, betont Liegenschaftsreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan.
Vom Kasernengebäude zum modernen Bildungsstandort
Das Gebäude wurde bereits 1940/41 als Wirtschaftsgebäude der damaligen Infanteriekaserne Auhof errichtet. Nach der Auflassung der Kaserne wurde es ab den 1950er-Jahren für schulische Zwecke genutzt und in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert. Mit der jüngsten umfassenden Sanierung durch die Immobilien Linz GmbH wurde die bestehende Bausubstanz nun erneut an neue Anforderungen angepasst.
Dabei wurde der Standort nicht nur baulich, sondern auch pädagogisch weiterentwickelt. Offene Lernzonen und sogenannte „Marktplätze“ ermöglichen unterschiedliche Formen des gemeinsamen Lernens. Flexible Bereiche und Freiklassen erweitern den Unterricht über das klassische Klassenzimmer hinaus. Schule und Hort befinden sich unter einem Dach und können dadurch Räume und Infrastruktur gemeinsam nutzen.
Hitzeschutz und Energieeffizienz gewinnen an Bedeutung
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der technischen Modernisierung des Gebäudes. Eine Photovoltaikanlage ermöglicht die Nutzung erneuerbarer Energie direkt am Schulstandort. Gleichzeitig wurde eine energieeffiziente Gebäudetechnik umgesetzt.
Mit einer Nachtlüftung wurde zudem gezielt auf die zunehmende sommerliche Hitze reagiert. Die kühlere Nachtluft wird genutzt, um das Gebäude abzukühlen und damit die Temperaturen in den Unterrichts- und Betreuungsräumen während Hitzeperioden zu reduzieren. Gerade angesichts steigender Temperaturen wird der Schutz vor sommerlicher Überhitzung bei der Weiterentwicklung von Schulgebäuden zunehmend wichtiger.
„Schulgebäude müssen heute auf andere klimatische Bedingungen vorbereitet sein als noch vor einigen Jahrzehnten. Energieeffizienz und Hitzeschutz gehören deshalb genauso zu einem modernen Bildungsstandort wie gute Lernräume. Mit Photovoltaik und Nachtlüftung setzen wir hier konkrete Maßnahmen, von deren Erfahrungen wir auch bei weiteren Schulprojekten profitieren können“, so Zukan.
6.000 Quadratmeter Freiraum für Bewegung und Lernen
Eine besondere Qualität des Standorts ist auch der rund 6.000 Quadratmeter große Schul- und Hortgarten. Die großzügige Freifläche schafft zusätzlichen Raum für Bewegung, Lernen und Erholung und erweitert damit den Bildungsstandort nach draußen.
Gerade in einer wachsenden Stadt sind ausreichend große und gut nutzbare Freiräume für Kinder von besonderer Bedeutung. Sie ermöglichen Bewegung im Schulalltag, bieten zusätzliche Lernmöglichkeiten im Freien und schaffen während warmer Tage Aufenthaltsbereiche außerhalb des Gebäudes. Damit wird der Außenraum zu einem wichtigen Bestandteil des pädagogischen Gesamtkonzepts.
Erfahrungen fließen in das Schulausbauprogramm ein
Die Erkenntnisse aus der Mira-Lobe-Schule sollen direkt in das Schulausbauprogramm der Stadt Linz einfließen. Gerade dort, wo bestehende Schulgebäude erweitert, aufgestockt oder neu organisiert werden, können Erfahrungen aus bereits umgesetzten Projekten genutzt werden.
Dazu zählen die flexible Gestaltung von Lern- und Betreuungsräumen ebenso wie die gemeinsame Nutzung von Flächen, energieeffiziente Gebäudetechnik, Photovoltaik und Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung.
„Wir wollen bei unseren Schulprojekten nicht jedes Mal bei null beginnen. Was sich bei der Mira-Lobe-Schule bewährt, nehmen wir in die nächsten Projekte mit. Gerade bei Bestandsgebäuden geht es darum, vorhandene Strukturen klug zu nutzen und gleichzeitig moderne Standards bei Pädagogik, Energieeffizienz und Hitzeschutz umzusetzen“, betont Zukan.
Die Mira-Lobe-Schule wird damit zu einem Referenzprojekt für den weiteren Umgang mit bestehenden Schulstandorten: Ein mehr als 80 Jahre altes Gebäude wird erhalten, umfassend modernisiert und gleichzeitig so weiterentwickelt, dass es den Anforderungen an Bildung, Klimaanpassung und Energieeffizienz auch langfristig gerecht wird.
Fotos
- Druckdatei (JPG | 5,39 MB) 63 x 42 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Vizebürgermeisterin und Schulreferentin Merima Zukan in der modernisierten Mira-Lobe-Schule. Der neue Bildungsstandort zeigt, wie aus bestehenden Räumen moderne Orte zum Lernen, Begegnen und Wohlfühlen werden können.
- Druckdatei (JPG | 1,94 MB) 63 x 42 cm mit 300 dpi Foto: Gregor Graf
Das Kunstprojekt „Nanu“ prägt den Eingangsbereich der Mira Lobe Schule und des Horts in Dornach-Auhof und greift die Themen Mut und Neugier auf.
- Druckdatei (JPG | 7,44 MB) 40 x 60 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Vizebürgermeisterin und Schulreferentin Merima Zukan mit Direktorin der Mira-Lobe-Schule Herta Keber
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