Cooles Linz – kühle Orte in der Stadt „Kühle Orte“ als zentraler Baustein für mehr Lebensqualität in heißen Zeiten
Die Stadt Linz setzt ein starkes Zeichen zur Klimavorsorge und erarbeitet derzeit einen umfassenden Hitzeschutzplan, um auf die zunehmenden Temperaturen und Hitzeereignisse als Folgen des Klimawandels zu reagieren. Ziel ist es, wirkungsvolle Maßnahmen zu entwickeln und dabei das Wissen und die Erfahrungen der Bevölkerung aktiv miteinzubeziehen.
Ein wesentliches Element des Projekts „Hitzeschutzplan Linz“ ist die Karte der kühlen Orte, auf der zunächst webbasiert, später auch auf einem gedruckten Plan, kühle Orte in Linz aufgefunden werden können. Dabei handelt es sich um Plätze im Innen- oder Außenbereich im gesamten Stadtgebiet, die besonders an heißen Tagen Abkühlung bieten.
Im Frühling fanden vier halbtägige partizipative Workshops statt. Organisiert wurden sie von der städtischen Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt, die auch das Projekt „Hitzeschutzplan Linz“ leitet. Die Veranstaltungen richteten sich sowohl an Linzer Bürger*innen als auch an Fachexpert*innen. Gemeinsam erarbeiteten sie Grundlagen für konkrete Maßnahmen zum Umgang mit der Hitzebelastung in der Stadt. Auch bei den Workshops wurden mit den Teilnehmer*innen „kühle Orte“ gesammelt. Viele Vorschläge konnten Eingang in die Karte „kühler Orte“ finden.
„Dass sich das Klima verändert, ist unbestritten und für jede und jeden Einzelnen am eigenen Leib spürbar. Um die Lebensqualität in unserer Landeshauptstadt nachhaltig zu sichern, ist es für uns – neben dem Setzen von konkreten und in die Zukunft gerichteten Klimaschutz-Maßnahmen – auch unerlässlich, faktenbasiert in der Stadtplanung zu agieren. Ebenso wichtig ist es aber auch, den Linzerinnen und Linzern praktische Hilfsmittel ‚Cooles Linz‘ an die Hand zu geben. Der Faktor Hitze wird in Zukunft eine noch größere Rolle im Zusammenhang mit Wohnraum, Lebensqualität und Gesundheit spielen“, analysiert Bürgermeister Dietmar Prammer.
„In den letzten Tagen haben wir deutlich gespürt, welche Folgen Hitzeperioden für uns alle haben. Gerade in verdichteten Stadtgebieten wie Linz müssen wir aktiv handeln, um Gesundheit und Lebensqualität zu sichern. Der Hitzeschutzplan, der unter der Projektleitung von Dr.in Nora Niemetz-Wahl erarbeitet wird, ist dabei ein ganz zentraler Baustein. Besonders freut es mich, dass so viele Bürger*innen aber auch Organisationen wie die Diözese Linz und die Volkshilfe nicht nur ihre Erfahrungen und ihr Wissen eingebracht haben, sondern uns nun auch bei der Umsetzung unterstützen. Für dieses Engagement möchte ich mich herzlich bedanken – denn Klimaanpassung gelingt nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten“, erklärt Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
„Es war beeindruckend zu sehen, wie engagiert Linzer Bevölkerung und die Fachexpert*innen zusammengearbeitet haben, um Lösungen für dem Umgang mit der Hitzebelastung zu finden. Die Identifikation kühler Orte und deren Sichtbarmachung ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität in unserer Stadt zu verbessern und die Gesundheit der Bürger*innen zu schützen“, sagt Mag. Johannes Horak, PhD, Leiter der Fachabteilung Stadtklimatologie und Umwelt, der mit seinem Team die Ausarbeitung des Hitzeschutzplans aktiv vorantreibt.
Gemeinsam mit Kooperationspartner*innen bietet die Stadt Linz ab 14. Juli in einer Pilotphase kühle Orte im Innenbereich unter dem Motto „Cooles Linz“ an, um der Bevölkerung während den heißen Sommermonaten eine angenehme Rückzugsmöglichkeit zu bieten. In Kooperation mit der katholischen Kirche in Oberösterreich und der Volkshilfe OÖ können damit 26 Orte eröffnet werden, die im Stadtgebiet eine Rückzugsmöglichkeit bieten.
Kühle Orte in Linz als digitale Karte
Seit Anfang des Jahres arbeitet das Projektteam mit dem Unternehmen datenfakten.at an der digitalen Karte „Kühle Orte für heiße Tage“. Die Karte bietet sowohl eine Übersicht über die kühlen Orte in Linz als auch einen kollaborativen Aspekt: Bürger*innen können selbst kühle Orte melden. Nach einer positiven Überprüfung durch die zuständige Fachabteilung werden diese Orte in die Karte aufgenommen. Dieser interaktive Ansatz fördert die aktive Beteiligung der Bevölkerung und ermöglicht eine kontinuierliche Aktualisierung der Karte. Die im Rahmen der Workshops erarbeiteten kühlen Orte fanden nach fachlicher Überprüfung ebenso Eingang.
Die Karte ist als “mobile first“ Anwendung gestaltet, und das responsive Design bietet eine optimale Nutzung auf Smartphones und anderen mobilen Geräten. Dies ist besonders wichtig, da viele Menschen unterwegs auf Informationen zugreifen möchten. Die Karte wird ab Juni 2026 als gedruckter Faltplan zur Verfügung stehen.
Die Karte „Kühle Orte für heiße Tage – Dein Wegweiser in ein kühles Linz“ steht seit Anfang Juli 2025 in einer Basis-Webversion unter www.cooleslinz.at zur Verfügung und soll den Bürger*innen helfen, an heißen Tagen kühlere Aufenthaltsorte zu finden. Zudem wird die aktuelle Hitzewarnstufe angezeigt. Über den Sommer wird die barrierefreie Version fertiggestellt, sowie die Mehrsprachigkeit implementiert.
Wegweiser in ein kühles Linz
Die neu präsentierte Karte der kühlen Orte in Linz bietet eine leicht verständliche Orientierungshilfe für Menschen, die während sommerlicher Hitzeperioden gezielt angenehmere Orte aufsuchen möchten. Gleichzeitig soll sie das Bewusstsein für städtische Klimavorsorge erhöhen und die Bevölkerung aktiv dabei unterstützen, sich sicher und informiert durch die Stadt zu bewegen.
Die Karte enthält unterschiedliche Kategorien nach denen gefiltert werden kann: Grünräume, kühle Orte im Innenbereich, Badeplätze, Wasser(spiel)plätze, Kinderangebote, die Orte der Aktion „Cooles Linz“ und Trinkwasserstellen. Ergänzt wird die Karte also auch durch die Verortung von Trinkwasserbrunnen, die eine kostenlose Wasserversorgung im Stadtgebiet sicherstellen.
Der Aufbau der Karte folgt einem einfachen und niederschwelligen Zugang: Eine übersichtliche Karte mit leicht verständlichen Icons symbolisiert die verschiedenen Kategorien. Die Listenansicht ermöglicht ein schnelles Finden von Angeboten. Zudem können Angebote favorisiert werden und erscheinen dann in einer persönlichen Liste. Wenn eine Standortfreigabe erfolgt, wird angezeigt in welcher Entfernung sich das jeweilige Angebot befindet und wie weit es zum nächstgelegenen öffentlichen Verkehrsmittel ist. Die Daten, die aus dem Beteiligungsprozess stammen, sind dementsprechend gekennzeichnet. Zudem sind alle User*innen ausdrücklich eingeladen, weitere kühle Orte vorzuschlagen – denn lokale Ortskenntnis ist ein wertvoller Beitrag für die Weiterentwicklung dieses Tools.
Im Sommer 2026 soll die Karte der kühlen Orte auch als gedruckte Version vorliegen. Diese soll alle ein bis zwei Jahre aktualisiert und neu aufgelegt werden, um den sich verändernden Bedingungen und neuen Erkenntnissen Rechnung zu tragen und die im Beteiligungsprozess rückgemeldeten Orte aufzunehmen. Die gedruckte Karte bietet eine praktische Alternative für diejenigen, die lieber auf physische Karten zurückgreifen.
Die Website cooleslinz.at ist mobil optimiert und bietet alle wichtigen Informationen.
Die Stadt Linz bietet in Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen unter dem Motto „Cooles Linz“ Bereiche in Innenräume zur Abkühlung an. Diese Initiative soll der Bevölkerung während der heißen Sommermonate eine angenehme Rückzugsmöglichkeit bieten. Die Umsetzung orientiert sich an den bewährten „Coolen Zonen“ in Wien. Die Pilotphase startet am 14. Juli 2025, die Orte „Cooles Linz“ bleiben bis 14. September zugänglich.
Ziel ist es, aufbauend auf den Erkenntnissen der diesjährigen Pilotphase die Anzahl dieser Orte kontinuierlich zu und in Kooperation mit externen Organisationen zu erweitern. Diese 26 kühlen Orte werden über die Stadt verteilt in städtischen Räumlichkeiten sowie in Kooperation mit der katholischen Kirche in Oberösterreich und der Volkshilfe Oberösterreich eingerichtet. Die Bereiche „Cooles Linz“ sind öffentlich zugänglich, barrierefrei und kostenlos zu besuchen. Sie bieten einen Sitzbereich zum Erholen, Informationsmaterial zu Hitzethemen sowie zum Teil auch Toiletten an. An einigen Orten finden sich auch Trinkwasserspender. Die Bewerbung der Orte erfolgt in der Karte der kühlen Orte, sowie mit einem einheitlichen Sujet über Beachflags und Plakate. Zudem wird „Cooles Linz“ über die Website der Stadt Linz und andere Informationskanäle kommuniziert.
„Wir wissen, dass Menschen aus einkommensschwachen Haushalten in der Stadt besonders unter der Hitze leiden“, erklärt Jasmine Chansri, Geschäftsführerin der Volkshilfe Oberösterreich. Wer mit wenig Geld auskommen muss, lebe oft in schlecht isolierten Wohnungen ohne Klimaanlage und könne sich teure Maßnahmen wie etwa Ventilatoren nicht leisten. Zudem hätten diese Menschen häufig gesundheitliche Probleme, die durch die Hitze verschärft werden. „Deshalb werden im August unsere fünf Linzer Volkshilfe Shops und unser VOIX store in der Altstadt zu ‚kühlen Orten‘ im Rahmen der Aktion ´Cooles Linz`. Ganz ohne Kaufzwang können die Menschen einfach in die Shops kommen, durchatmen, kostenlos Wasser trinken und der Hitze für eine Weile entkommen“, erklärt Chansri.
Die katholische Kirche Oberösterreich beteiligt sich ebenfalls an der Aktion „Cooles Linz.“ Dabei bieten die Kirchen eine kühle Atempause und laden die Menschen ein, diese Orte der Ruhe zu nutzen. „Hitze zermürbt“ bringt es Mag.a Lucia Göbesberger, diözesane Umweltbeauftragte, auf den Punkt. „Um sich wieder zu erholen, braucht es ruhige, kühle Räume wie Kirchen. Diese sind konsumfrei, tagsüber zugänglich und in allen Linzer Stadtteilen zu finden. Die katholische Kirche setzt sich für die ökologische Wende ein, damit Nachhaltigkeit konkret wird. Angesichts der bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels ist es uns wichtig, die Aktion „Cooles Linz“ zu unterstützen.“
Mit dabei sind in der Innenstadt die Ursulinenkirche, die Stadtpfarrkirche, der Alte Dom, die Kirche St. Konrad am Froschberg, die Priesterseminarkirche und die Kirche St. Severin. Der Mariendom öffnet die Krypta, um einen kühlen Ort bereit zu stellen. Gemeinsam mit der Sprühnebelinstallation und dem Trinkwasserspender unmittelbar vor dem Dom ist der Bereich ein Ort der Abkühlung. Von der Pfarre Urfahr sind mit 14. Juli die Kirche St. Josef, St. Markus sowie die Wallfahrtsbasilika am Pöstlingberg auch im Zeichen von „Cooles Linz“ geöffnet. In den nächsten Wochen kommen noch weitere Standorte hinzu, sie alle finden sich auf der Website „Kühle Orte für heiße Tage“.
„Mit dem Hitzeschutzplan und der damit verbundenen Aktion „Cooles Linz“ samt Karte der kühlen Orte setzt Linz ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. Der Plan ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten und die Gesundheit der Bürger*innen zu schützen. Durch die Kombination von fachlichem Know-how und Bürger*innenbeteiligung wird ein umfassendes und nachhaltiges Konzept entwickelt, das den Herausforderungen des Klimawandels gerecht wird. Wir bedanken uns bei allen Institutionen, die uns dabei unterstützen“, betonen Bürgermeister Dietmar Prammer und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist die intensive Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema, die mit Postern mit Hitzeschutztipps und einem Informationsfolder begleitet wird.
Hitzewarnsystem
Um zum richtigen Zeitpunkt Kommunikationsmaßnahmen setzen zu können, wird in Kooperation mit dem Land Oberösterreich auf Hitzewarnungen der GeoSphere Austria zurückgegriffen. Werden in Prognosen über mehrere Tage bestimmte Warnschwellen erreicht oder überschritten, so folgt eine entsprechende Hitzewarnung der Kategorie gelb, orange oder rot. Die Warnschwellen berücksichtigen dabei das Tagesmaximum, -minimum und -mittel der Lufttemperatur, die gefühlte Temperatur sowie weitere Indikatoren für das Schadenspotenzial der erwarteten Wetterlage. In der Karte der kühlen Orte werden diese Hitzewarnungen ebenfalls angezeigt.
Nächste Schritte
Über den Sommer wird mit umfassender Öffentlichkeitsarbeit auf die Thematik aufmerksam gemacht, auch Infoscreens sollen dabei unterstützen, Tipps und Warnungen an die Bevölkerung zu übermitteln. Die Informationsmaterialien werden mehrsprachig adaptiert. Auch die Karte der kühlen Orte „Kühle Orte für heiße Tage“ steht in den nächsten Wochen mehrsprachig und barrierefrei zur Verfügung. Bis Herbst werden Resultate verschriftlicht sowie ein Kommunikationskonzept finalisiert. Weiters wird eine Steuerungsstruktur definiert und eine Monitoring- und Evaluierungskonzept erstellt. Zudem sind Schulungen geplant, um beispielsweise das Fachpersonal im Gesundheits- und Pflegebereich besser auf den Umgang mit Hitze vorzubereiten.
Hitzeschutzplan für Linz
Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit bereits spürbar, besonders in städtischen Gebieten. Die Stadt Linz erstellt daher einen Plan, um mit zunehmender Hitze in der Stadt umzugehen. Der Linzer Hitzeschutzplan ist eine Maßnahme des Aktionsprogramms zum Klimawandelanpassungskonzept Zukunft Linz. Der Gemeinderat von Linz hat dieses Konzept am 29. Juni 2023 beschlossen. Hitzeschutzpläne können das Morbiditäts- und Mortalitätsgeschehen in Hitzeperioden merklich senken und helfen dabei, dass die Stadt auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität bietet. Ein Hitzeschutzplan zeigt der Bevölkerung für Hitzephasen entsprechende Handlung- und Vorbereitungsmöglichkeiten auf. Die Strategien im Plan helfen, sich gut auf Hitzewellen vorzubereiten.
Hitzeschutz als partizipativer Prozess
Im März und April 2025 fanden vier Workshops statt, zu denen die Linzer Bevölkerung und Fachexpert*innen eingeladen waren. Mitte März gab es zwei Workshops, um den Pflege- und Gesundheitsbereich sowie die Zivilgesellschaft einzubinden. Ende März richtete sich der Workshop speziell an die Bewohner*innen der Stadt Linz. Beim Schlussworkshop im April waren Vertreter*innen verschiedener Fachbereiche und die Bewohner*innen der Stadt Linz eingeladen. Gemeinsam wurden Ideen für den Hitzeplan entwickelt. Die Workshop-Ergebnisse fließen in die Erarbeitung des Plans ein. Zwei der vier Workshops wurden durch den Grafiker und Künstler Philipp Pamminger mit einem Graphic Recording begleitet.
Parallel zu den bisherigen Veranstaltungen gibt es die Möglichkeit zur online-Beteiligung über den Innovationshauptplatz. Seit Ende Februar werden hier in verschiedenen Phasen der Beteiligung Interessierte eingebunden.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Dietmar Prammer und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger)
Fotos
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Sie setzten sich gemeinsam für ein „kühles Linz“ ein – (v.l.n.r.) Volkshilfe- Geschäftsführerin Mag.a Jasmin Chansri, MBA, Projektleiterin Mag.a Drin Nora Niemetz-Wahl, Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Bürgermeister Dietmar Prammer, Stadtklimatologe Mag. Johannes Horak, PhD und die Umweltbeauftragte der Diözese Linz, Mag.a Lucia Göbesberger.
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