Equal Pension Day am 9. August Frauenpensionen um 39,4 Prozent niedriger als Männerpensionen
Der Equal Pension Day ist jener Tag, an dem Frauen in Österreich statistisch gesehen bereits ihre gesamte Jahrespension erhalten haben, während Männer noch bis Jahresende weiterhin ihre monatlichen Pensionsbezüge bekommen. Dieser Tag fällt 2026 österreichweit auf den 9. August 2026 und verschiebt sich im Vergleich zum Vorjahr um lediglich zwei Tage nach hinten. Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes hat den Equal Pension Day im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Damals lag der Gap bei 43,3 Prozent – eine Veränderung ist nur langsam spürbar.
„Auf die bereits vorherrschende Einkommensungerechtigkeit im Erwerbsleben von Frauen – Stichwort Equal Pay Day – folgt eine noch größere Pensionsungerechtigkeit. Viele Frauen finden sich nach einem Leben voller Arbeit, Kümmern und Sorgen in der Altersarmut wieder. Das ist das Ergebnis enormer gesellschaftlicher Ungerechtigkeit, die zu Lasten von Frauen geht. Das muss sich endlich ändern“, betont Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Die monatliche Pension von Frauen in Österreich beträgt durchschnittlich 1.614 Euro brutto, die der Männer 2.664 Euro brutto – ein Unterschied von 1.050 Euro monatlich. In Oberösterreich ist der Unterschied sogar noch größer: Der Gap liegt hier bei 1.245 Euro monatlich und stellt damit die zweitgrößte Lücke in Österreich dar (44,8 Prozent). Lediglich in Wien liegt der Pension Gap unter 30 Prozent (2026: 27,4 Prozent). Die Folgen sind dennoch weitreichend: Altersarmut, Abhängigkeit und weniger Möglichkeiten auf Teilhabe.
Die Ursachen für die unterschiedliche Pensionshöhe von Frauen und Männern sind großteils identisch mit jenen für die Einkommensunterschiede: unbezahlte Arbeit ist nach wie vor zum Großteil bei den Frauen, geringfügige Anstellung beziehungsweise Teilzeitarbeit und daraus resultierend ein geringes Stundenausmaß, unterbrochene Erwerbsbiografien durch Karenzzeiten für Kindererziehung und Pflege. Aus dem heraus folgen Benachteiligungen bei Karrierechancen, Erwerbstätigkeit in schlechter bezahlten Branchen, Diskriminierung bei Beförderungen und anderes mehr. Männer übernehmen nach wie vor wenig bis keine Verantwortung für unbezahlte Sorge- und Familienarbeit. Und: das österreichische Sozialversicherungssystem ist auf vollzeiterwerbstätige Männer ohne Lücken in der Erwerbsbiografie ausgerichtet und bestraft jede Abweichung davon.
Ohne eine faire Aufteilung unbezahlter Arbeit im Haushalt, Betreuungs- und Pflegearbeit zwischen den Geschlechtern wird es daher keine faire Pension für Frauen geben. Männer müssen Verantwortung zu übernehmen. Zudem braucht es hochwertige Kinderbildungseinrichtungen von Anfang an, damit Elternschaft und Erwerbsleben gut miteinander vereinbart werden können.
Daten: Pensionsversicherungs-Jahresstatistik Dezember 2025, Berechnung: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien.