Am Weg zum Ziel Klimaneutralität Der Treibhausgasausstoß aus Alltagsaktivitäten in der Stadt Linz sinkt um 21 Prozent
Die Stadt Linz hat sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2040 klimaneutrale Industriestadt zu werden. Zur Messung und Dokumentation der notwendigen Werte orientiert sich die Stadt an dem Modell „Global Protocol for Cities“. Für das Jahr 2019 hat das „Wegener Center für Klima und globalen Wandel“ an der TU Graz erstmals eine Treibhausgasbilanz für die Stadt Linz erstellt. Von den 10,9 Mt CO2eq Gesamtausstoß fallen in Linz 89 Prozent auf die Emissionen der Industriebetriebe.
„Der Umbau der Industrie hin zur Klimaneutralität ist zentral für das Erreichen unserer städtischen Klimaziele. Gerade deswegen setzen wir als Stadt mit der der ‚Wasserstoff Convention‘ oder dem ‚re_use Kongress‘ wichtige Initiativen, um den strukturellen Wandel zu unterstützen und Linz zu einem Zentrum der umweltfreundlichen Industrie zu entwickeln“, weiß Wirtschaftsstadtrat Thomas Gegenhuber um die Bedeutung dieser Fragen für den Industrie- und Wirtschaftsstandort Linz.
„Dieser Sommer mit extremer Hitze und Trockenheit macht einmal mehr spürbar, wie wichtig es für unsere Lebensqualität ist, dass wir sowohl im Klimaschutz als auch in der Klimaanpassung unsere beschlossenen Konzepte konsequent umsetzen. Durch den Einsatz vieler können wir in wichtigen Bereichen Fortschritte erzielen. Wir sehen aber einmal mehr auch, dass es im Verkehr erheblich mehr Ambitionen und Maßnahmen zur Zielerreichung braucht. Wir müssen in den Öffi-Ausbau statt in Autoinfrastruktur investieren und das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren in der Stadt attraktiveren, nur dann schaffen wir es, dass auch dieser Sektor in Sachen Klimaschutz ‚auf Schiene‘ kommt,“ so Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Die Folgeberechnung der Treibhausgasbilanz für 2023, die im Rahmen des Projekts ‚Linz mit Ambitio3xn‘ erstellt wurde, zeigt eine Reduktion des Gesamtausstoßes von 10,9 Mt CO2eq (2019) auf 10,4 Mt CO2eq. Das entspricht einer Reduktion von vier Prozent. Die Emissionen für den nicht-industriellen Bereich, der im Wesentlichen den Alltagsaktivitäten (Wärme- und Heizkraftwerke, Verkehr, Gebäude, uvm.) auf dem Gebiet der Stadt Linz entspricht, sind im gleichen Zeitraum von 1,4 Mt CO2eq auf 1,1 Mt CO2eq gesunken, also um 21 Prozent. Das ist vor allem auf Einsparungen im Bereich der Energiegewinnung (Wärme- und Heizkraftwerke, sowie Abfallverwertung) auf dem Linzer Stadtgebiet zurückzuführen. Bei diesen Veränderungen spielt immer auch die klimatische Konstellation – der Winter 2023 war wärmer und damit der Heizbedarf geringer – sowie marktbedingte Schwankungen der Stromproduktion eine Rolle.
Im gleichen Zeitraum stiegen die Emission im Sektor Verkehr um sechs Prozent. In diesem Bereich wurde die Datengrundlage und die Berechnungsmethoden verbessert, so dass aktuelle Verkehrszählungen einfließen können. Die Veränderung ist hier zu einem großen Teil der Methodenänderung zuzurechnen, da die zugrundeliegenden Mobilitätsmodelle kontinuierlich weiterentwickelt werden.
In Kooperation mit dem Gasnetz- und Fernwärmebetreibern auf dem Linzer Stadtgebiet konnten die Gas- und Fernwärmeverbräuche im Sektor „Gebäude“ in hoher Datentiefe auf Bezirks- und Zählsprengelniveau erhoben und in ein Modell der Emissionsforschung Austria GmbH eingepflegt werden. Hier sanken die Emissionen um zwölf Prozent. Für die Treibhausgasbilanz kooperiert die Stadt Linz mit den entsprechenden Fachabteilungen des Amts der Oberösterreichischen Landesregierung und kann aufgrund der Zusammenarbeit in vielen Bereichen hochqualitative Daten und Modelle nutzen.
„Die Linzer Leitbetriebe, die LINZ AG und die Stadt selbst leisten wichtige Beiträge, die unsere Treibhausgasbilanz in den kommenden Jahren deutlich verbessern werden. Das Projekt greentec steel der voestalpine, der Wärmewandler der LINZ AG oder die PV-Offensive der Stadt sind Beispiele für zentrale Maßnahmen auf unserem Weg zur klimaneutralen Industriestadt 2040“, blickt Wirtschaftsstadtrat Thomas Gegenhuber positiv in die Zukunft.
Für die zukünftige Weiterentwicklung des Linzer Treibhausgasmonitorings ist es wesentlich, die Datengrundlagen und Berechnungsmodelle laufend zu verbessern sowie weitere Emissionsquellen wie den privaten Konsum oder Emissionen aus Bautätigkeiten zu berücksichtigen. Daran arbeiten die Expert*innen der Stadt mit wissenschaftlicher Begleitung unter Einbindung aller notwendigen Stakeholder*innen.