Medienservice vom: 17.09.2026

Ergebnisse der Bürger*innenbefragung 2026 liegen vor Stadtteilgespräche für Bürger*innenbeteiligung ab 8. Oktober

  • 92 Prozent leben gerne in Linz

  • Hohe Zufriedenheit mit dem eigenen Wohngebiet

  • Sauberkeit wird mehrheitlich positiv bewertet

  • 8 von 10 fühlen sich in ihrem Wohngebiet sicher

  • Ärztliche Versorgung als Problemfeld

Nach neun Jahren Pause wurde auf Initiative von Bürgermeister Dietmar Prammer im Mai und Juni 2026 eine großangelegte Bürger*innenbefragung durchgeführt. Nach den Befragungen in den Jahren 1995, 1999, 2004, 2011 und 2017 handelt es sich bereits um die sechste derartige Erhebung, die von der Abteilung Stadtforschung abgewickelt wurde.

Im Mai 2026 erhielten rund 58.500 Linzer*innen ab 16 Jahren per Post eine Einladung von Bürgermeister Dietmar Prammer zur Teilnahme an der diesjährigen Bürger*innenbefragung. Der Online-Fragebogen konnte mit jedem internetfähigen Gerät (Smartphone, Tablet, Laptop, PC) ausgefüllt werden. Exakt 8.919 Linzer*innen nutzten diese Gelegenheit, um der Stadt ihre Einschätzungen mitzuteilen. Das entspricht einer Teilnahmequote von rund 15 Prozent.

Das Ziel solcher Befragungen ist es, ein Stimmungsbild der Linzer Bürger*innen zum Leben in der Stadt einzufangen. Im Zentrum der vorliegenden Ergebnisse stehen die allgemeine Zufriedenheit mit Linz und dem eigenen Wohngebiet, die Sauberkeit, das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum sowie die ärztliche Versorgung. Durch die wiederholte Durchführung über einen Zeitraum von mittlerweile mehr als 30 Jahren kann für bestimmte Themenstellungen sehr gut beobachtet werden, inwiefern sich das Meinungsbild der Wohnbevölkerung verändert. Die Ergebnisse sind in vielen Bereichen sehr stabil.

So leben die Linzer*innen nach wie vor sehr gerne in ihrer Stadt. Rund 92 Prozent der Teilnehmenden sind dieser Meinung. Ein Wert, der sich gegenüber 2017 praktisch nicht verändert hat.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Linzer*innen gerne hier leben und mit vielen Bereichen der städtischen Infrastruktur sehr zufrieden sind. Gleichzeitig gibt uns die Befragung einen klaren Auftrag: zuhören, wo die Menschen Handlungsbedarf sehen. Beteiligung endet für mich nicht mit einem Fragebogen. Ab 8. Oktober setzen wir den direkten Austausch bei den Stadtteilgesprächen fort. Ich lade alle Linzer*innen herzlich ein, ihre Erfahrungen, Anliegen und Ideen einzubringen und gemeinsam mit uns über die Entwicklung ihres Stadtteils und unserer Stadt zu sprechen“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer.

Linzer*innen leben gerne in ihrer Stadt

Etwa 92 Prozent der Linzer*innen – und damit annähernd gleich viele wie 2017 – leben gerne in Linz.

Knapp 81 Prozent leben darüber hinaus gerne in ihrem Stadtteil. Dieser Wert hat sich im Vergleich zu den vorangegangenen Befragungen geringfügig verringert. Ungefähr gleich hoch wie 2017 ist mit rund 10 Prozent der Anteil jener, die gerne in einem anderen Stadtteil von Linz leben würden. Dabei stehen vor allem Gebiete im Linzer Norden hoch im Kurs, aber auch Froschberg und Freinberg sowie Pichling werden mehrfach genannt.

Etwa 63 Prozent sehen die derzeitige Entwicklung der Stadt eher oder sehr positiv. Rund ein Drittel sieht die Entwicklung hingegen (eher) negativ. Insgesamt bestätigt die Befragung damit die hohe Verbundenheit der Linzer*innen mit ihrer Stadt und ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Sowohl die Zufriedenheit mit Linz als Wohnort als auch mit dem eigenen Stadtteil bleibt auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig zeigt die Bewertung der Stadtentwicklung, dass positive Einschätzungen deutlich überwiegen.

Sauberkeit wird mehrheitlich positiv bewertet

Die Sauberkeit in Linz wird insgesamt mehrheitlich positiv bewertet. Sowohl die Sauberkeit der Verkehrsflächen als auch die Sauberkeit von Grünflächen und Parks beurteilt mehr als die Hälfte der Befragten positiv.

Besonders positiv wird die Sauberkeit der Luft beurteilt: Rund 54 Prozent der Befragten sind damit zufrieden oder sehr zufrieden.

Im unmittelbaren Wohngebiet liegen die Zufriedenheitswerte noch etwas höher. Rund 61 Prozent sind mit der Sauberkeit der Grünflächen und Parks zufrieden oder sehr zufrieden, bei Gehsteigen, Straßen und Plätzen sind es rund 60 Prozent. Die Ergebnisse zeigen damit insgesamt ein positives Bild. Zugleich bleibt Sauberkeit ein besonders sichtbares Alltagsthema, bei dem Veränderungen von der Bevölkerung unmittelbar wahrgenommen werden.

Im Wohngebiet: Hohe Zufriedenheit mit Einkaufsmöglichkeiten, Öffis und Grünflächen

Im eigenen Wohngebiet zeigen sich besonders hohe Zufriedenheitswerte mit den „Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf“, dem „Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln“ sowie den „Grünflächen und Parks“. Etwas kritischer gesehen werden die „Parkmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge in Wohnungsnähe“ oder die ärztliche Versorgung.


Ärztliche Versorgung als problematisches Thema

Deutliches Verbesserungspotenzial zeigt sich bei der ärztlichen Versorgung. Mit der Versorgung durch praktische Ärzt*innen sind 53 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, während rund 22 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden sind. Gegenüber früheren Befragungen hat die Unzufriedenheit auffallend zugenommen. Auch die Versorgung durch Fachärzt*innen wird vergleichsweise kritisch gesehen: Rund 43 Prozent sind zufrieden, knapp 25 Prozent unzufrieden.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass die ärztliche Versorgung aus Sicht der Bevölkerung zu jenen Bereichen gehört, in denen besonderer Handlungsbedarf wahrgenommen wird. Gerade weil wesentliche Zuständigkeiten nicht allein bei der Stadt liegen, sollten die Ergebnisse als Grundlage für weitere Gespräche mit den zuständigen Stellen dienen. Entscheidend ist, dass die Wahrnehmungen und Erfahrungen der Linzer*innen in die weitere Diskussion über eine wohnortnahe medizinische Versorgung einfließen.

Linzer*innen fühlen sich im Wohngebiet sicher

Das Thema Sicherheit ist ebenfalls ein Dauerbrenner in den Linzer Bürger*innenbefragungen. 8 von 10 Linzer*innen fühlen sich in ihrem Wohngebiet sehr oder eher sicher. Im Vergleich zu allen früheren Befragungen zeigen sich diesbezüglich nur geringfügige Schwankungen.


Aktive Mitgestaltung der Stadtzukunft: Hohes Interesse

Ein erfreuliches Ergebnis zeigt die Frage nach dem Interesse an einer aktiven Mitgestaltung der Zukunft für die Stadt Linz. Knapp 6 von 10 Befragungsteilnehmer*innen können sich das vorstellen. Eindeutig präferierte Formen der Mitgestaltung sind die Teilnahme an Umfragen bzw. die Nutzung von Bürger*innenbeteiligungsplattformen. Mit großem Abstand folgen die Mitwirkung in Projekten, an Ideenwettbewerben, in Diskussionsforen oder Workshops. Immerhin rund jede*r Fünfte könnte sich auch politisches Engagement vorstellen.

Das hohe Interesse an Mitgestaltung zeigt, dass viele Linzer*innen nicht nur ihre Einschätzungen abgeben, sondern sich auch aktiv in die weitere Entwicklung der Stadt einbringen möchten. Daran knüpfen die Stadtteilgespräche im Oktober und November unmittelbar an: Sie bringen die Ergebnisse der Befragung zurück in die Stadtteile und ermöglichen einen direkten Austausch über konkrete Anliegen und Lösungsvorschläge.

Ergebnisse als Basis für Stadtentwicklung 

Die Ergebnisse der Bürger*innenbefragungen dienen der Linzer Stadtverwaltung und der Politik als wichtige Grundlage zur Entwicklung von Maßnahmen. Sie ermöglichen eine Quantifizierung des Stimmungsbildes der Bevölkerung. Die Ergebnisse der heurigen Befragung werden zudem in die Erstellung des Örtlichen Entwicklungskonzeptes (ÖEK), das von der Stadt Linz alle 15 Jahre zu erstellen ist und mit dem die zentralen Vorgaben für die räumliche Weiterentwicklung festlegt werden, einfließen. Dieser Prozess wurde ebenfalls im Frühjahr 2026 gestartet und wird bis 2029 abgeschlossen sein.

Weitere Ergebnisse der Bürger*innenbefragung 2026 können auf der Homepage der Stadt Linz unter https://www.linz.at/zahlen/112_Befragungen/ eingesehen werden.

Stadtteilgespräche: Ein nächster Schritt zur Bürger*innenbeteiligung

Interessierte haben im Oktober und November bei insgesamt fünf Veranstaltungen unter dem Titel „Stadtteilgespräche. Dein Viertel. Deine Meinung.“ die Möglichkeit, mit Bürgermeister Dietmar Prammer sowie Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung die Ergebnisse der Befragung zu diskutieren.

Die Bewohner*innen können dabei ihre Anliegen ansprechen, Fragen stellen und eigene Ideen einbringen. Bei den Stadtteilgesprächen werden jene Themen aufgegriffen, die den Menschen im jeweiligen Viertel besonders wichtig sind. Besonders gefragt sind dabei auch konkrete Vorschläge, wie sich das Zusammenleben im Viertel weiter verbessern lässt. Dabei besteht die Möglichkeit, direkt ins Gespräch zu kommen und sich aktiv einzubringen. Ausdrücklich erwünscht sind dabei mögliche Lösungsideen.

Stoßen Vorschläge auf breite Zustimmung, werden sie je nach Zuständigkeit von Politik oder Verwaltung geprüft und weiterverfolgt. So können aus einem offenen Gespräch konkrete Verbesserungen für den Stadtteil entstehen.

Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Vor Ort wird zudem eine kostenlose Kinderbetreuung angeboten. Darüber hinaus steht bei allen Terminen ein ID-Austria-Service bereit: Besucher*innen können ihre ID Austria kostenlos und mit Unterstützung von Mitarbeiter*innen der Stadt Linz registrieren und erhalten kompetente Hilfestellung bei Fragen zur Nutzung der ID Austria.

Termine (Einlass ab 17 Uhr)

  • 8. Oktober 2026 Volkshaus Neue Heimat
  • 14. Oktober 2026 Volkshaus Dornach-Auhof
  • 20. Oktober 2026 Volkshaus Ebelsberg
  • 3. November 2026 Altes Rathaus Linz
  • 9. November 2026 Volkshaus Keferfeld-Oed

 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Dietmar Prammer und Mag. Thomas Standfest, Abteilungsleiter Stadtforschung Linz)

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