Medienservice vom: 06.10.2026 |Downloads zur Meldung|Fotos zur Meldung

Betreuungsarchitektur 2040: Nächste Schritte zum „Heim der Zukunft“ Mit digitalen Hilfsmitteln zu weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Menschen

Digitalisierung: Bewährte Hilfsmittel rechtlich verankern und ausbauen

Bestehende Einrichtungen sollen zu „Heimen der Zukunft“ werden – mit entsprechenden digitalen Hilfsmitteln, die die Beschäftigten von bürokratischen und organisatorischen Aufgaben entlasten und für mehr Zeit für die Arbeit mit den Menschen sorgen.

Das Land Oberösterreich sowie die Gemeinden und Städte haben bereits im Jahr 2024 einen Pflegetechnologiefonds mit insgesamt 2 Millionen Euro für Digitalisierungsmaßnahmen bereitgestellt. Damit konnten im Rahmen einer Testphase neue Technologien in der Praxis erprobt werden. Die Erprobung zeigte, welche Technologien sich im Pflegealltag bewähren und für einen breiteren Einsatz empfohlen werden können. Andere erwiesen sich als weniger geeignet. 

Bewährte Maßnahmen werden nun in der neuen Heimverordnung rechtlich verankert

Die neue Heimverordnung sieht als ersten Schritt vor, die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen zuverlässigen Betrieb der entsprechenden Technologien zu schaffen. Nach Maßgabe der budgetären Mittel der regionalen Träger sozialer Hilfe (Sozialhilfeverbände und Magistrate) sollen als zweiter Schritt die Heime insbesondere mit folgenden pflege- und betreuungsentlastenden Technologien und Hilfsmitteln in ausreichender Anzahl ausgestattet werden:

  • Sturzsensoren, um Stürze rasch zu erkennen und Hilfe zu ermöglichen.
  • Zeitgemäße digitale Pflegedokumentation, mit Eingabemöglichkeiten über Spracherkennung oder mobile Endgeräte, um die Dokumentation zu erleichtern.
  • Ortungs- und Desorientierungs-Fürsorgesysteme, um etwa Bewohner mit Demenz-Erkrankung besser zu unterstützen und ihre Sicherheit zu erhöhen.
  • Elektrische Mobilisierungshilfen zum Aufrichten und Bewegen, zur Vorbeugung von Druckgeschwüren. Diese unterstützen die Betreuung und verringern die körperliche Belastung der Beschäftigten.
  • Ausstattung für Telemedizin, um eine rasche und unkomplizierte ärztliche Versorgung vor Ort zu ermöglichen

Fachkräfteoffensive erfolgreich – neuer Höchststand an versorgten Menschen

Gut ausgebildetes Personal ist entscheidend, um die Herausforderungen der Zukunft in der Betreuung und Pflege zu meistern. Die aktuelle Erhebung zur Jahresmitte 2026 zeigt, dass die Zahl der Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege einen neuen Höchststand erreicht und mehr Menschen in den Alten- und Pflegeheimen betreut werden können.

  • Derzeit sind 10.212 Personen in der Langzeitpflege tätig - davon 8.255 Beschäftigte in der stationären Langzeitpflege – ein Rekordwert.
  • Von den 12.778 Betten in den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen sind mit Ende Juni 2026 11.367 belegt – ein Plus von 330 Betten und somit so viele wie noch nie.
  • Deutlicher Rückgang jener Betten, die aufgrund von Personalmangel leerstehen. Im Vergleich zum 31. Dezember 2022 konnte die Zahl bis Ende Juni 2026 von 1316 auf 630 mehr als halbiert werden.
  • Derzeit befinden sich 1.643 Personen in Ausbildung in der Langzeitpflege, für das heurige Jahr werden 1000 Absolventen erwartet.

Digitalisierung bringt zeitgemäße Arbeitsbedingungen

Der Stand der Digitalisierung innerhalb der 134 Alten- und Pflegeheimen der insgesamt 42 Träger (Sozialhilfeverbände (74 Einrichtungen), Magistrate (17 Einrichtungen), Gemeinden (16 Einrichtungen), konfessionelle Träger (27 Einrichtungen)) in Oberösterreich ist sehr unterschiedlich: Während einige Einrichtungen bereits erfolgreich auf Sturzsensoren, Telemedizin und weitere digitale Hilfsmittel setzen, verfügt rund ein Drittel noch über kein WLAN. Um eine einheitliche Basisinfrastruktur für alle Alten- und Pflegeheime in Oberösterreich zu schaffen, wird eine solche in der oö. Heimverordnung festgeschrieben. Der Entwurf dazu geht im Oktober in Begutachtung und soll mit Jänner 2027 inkrafttreten.

„Im Digitalen Pflegeheim Liebigstraße sieht man jeden Tag, was in der Pflege heute schon möglich ist. Die Technik nimmt den Pflegekräften viele Arbeiten ab, die sich täglich wiederholen. Die Zeit, die dadurch frei wird, kommt den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Wir wissen aber auch: Kein Haus ist wie das andere. Gerade in älteren Gebäuden ist Digitalisierung aufwändiger und teurer – das müssen sich Städte und Gemeinden auch leisten können. Die Liebigstraße soll deshalb ein Ort zum Hinschauen und Lernen sein, keine starre Vorgabe für alle. Unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter, denn gute Pflege in Linz und Oberösterreich liegt uns allen am Herzen", betont Vizebürgermeisterin Karin Leitner.

 

(Pressunterlage der Pressekonferenz des Landes OÖ mit Vizebürgermeisterin Karin Leitner, Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel und Präsident OÖ Gemeindebund Bürgermeister Christian Mader)

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