13 Punkte für die Metropolregion Linz-Wels Bürgermeister Prammer und Bürgermeister Rabl präsentieren mit der IV OÖ ein 13-Punkte-Programm für die Metropolregion Linz-Wels
Zwei Städte, eine Vision: Bürgermeister Dietmar Prammer (Linz) und Bürgermeister Andreas Rabl (Wels) haben heute gemeinsam mit dem Präsidenten, Thomas Bründl, und dem Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), Joachim Haindl-Grutsch, ein 13-Punkte-Programm für die Metropolregion Linz-Wels vorgestellt. Das Programm basiert auf der von Stadt Linz und IV OÖ beauftragten und von JKU-Professor Robert Bauer und seinem Team ausgearbeiteten Studie „Zukunftsprofil für das Wirtschafts- und Innovationsökosystem Linz-Wels“. Im Rahmen der Studie wurden 70 Fokusgespräche mit Spitzenvertretern von Leitbetrieben aus der Region geführt. Das 13-Punkte-Programm baut darauf auf und setzt klare Impulse für die wirtschaftliche Erneuerung und die Zukunftsfähigkeit der Region.
Bürgermeister Prammer: Ein Schulterschluss für den Wirtschaftsstandort
Die Region Linz-Wels zählt im Vergleich der NUTS-3-Regionen zu den bedeutendsten Industrie- und Wirtschaftsräumen Österreichs. Ihre besondere Stärke ergibt sich aus dem Zusammenspiel international erfolgreicher Leitbetriebe, industrieller Produktion, Forschung und Entwicklung, Hochschulen und HTLs, eines leistungsfähigen Mittelstands sowie einer wachsenden Technologie- und Gründungsszene. Gemessen am regionalen Durchschnittseinkommen ist Linz-Wels (AT312) mit einem durchschnittlichen Einkommen von knapp 43.000 Euro die wohlhabendste Region Österreichs. Auch ein Blick in die Beschäftigungsstatistik verdeutlicht: Die Region Linz-Wels ist mit seiner überproportional hohen Beschäftigung in den Sektoren ‘Herstellung von Waren’ ein wichtiger Industriestandort Österreichs. Im Jahr 2023 erwirtschafteten die NUTS-3-Regionen Salzburg (AT323) und Linz-Wels (AT312) mit 67.000 Euro bzw. 66.000 Euro die österreichweit höchsten Pro-Kopf-Bruttoregionalprodukte.
Die Metropolregion Linz-Wels besteht aus den Gemeinden und Städten Linz (ca. 215.000 Einwohner*innen), Wels (ca. 65.000), Leonding (ca. 30.000), Traun (ca. 25.000), Marchtrenk (ca. 15.000), Ansfelden und Pasching (jeweils ca. 8.000) sowie Gunskirchen und Hörsching (jeweils ca. 7.000). Die Ökosystemanalyse kommt zu dem Schluss, dass die Region mit ihren insgesamt ca. 600.000 Einwohner*innen standortpolitisch als eine Metropolregion gedacht werden muss, um wirtschaftlich weiterhin stark zu bleiben.
„Diese Zusammenarbeit ist ein Novum: Zwei Statutarstädte arbeiten über Stadtgrenzen hinweg an einer gemeinsamen Vision für den Wirtschaftsraum Linz-Wels. Unser Ziel ist es, die Stärken der Region zu bündeln und gemeinsam mit der Wirtschaft innovative Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer.
Bürgermeister Rabl: Kirchturmdenken von gestern löst keine Herausforderungen von morgen
Gemeinden stehen heute bei Betriebsansiedlungen nicht mehr im regionalen Wettbewerb, sondern im internationalen. Es stellt sich daher nicht die Frage, ob sich ein Unternehmen in Wels oder Linz ansiedelt, sondern ob die Ansiedlungen in München, Ostrava oder Bologna erfolgt. Für eine Ansiedelungsentscheidung werden heute von allen Konzernzentralen europaweit Ansiedlungsfaktoren bewertet und verglichen.
Um für eine Ansiedelung in Frage zu kommen, ist daher ein erster wichtiger Schritt, als Region überhaupt international sichtbar zu werden.
Sobald es die Region Linz-Wels in die engere Auswahl schafft, sprechen viele Standortfaktoren für eine Ansiedelung in unsere Region. Ausschlaggebend dafür sind nicht nur eine perfekt ausgebaute Infrastruktur, sondern vor allem auch ein großer Pool an top ausgebildeten Fachkräften und hochqualitative Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Mit dem nun geplanten Schulterschluss zwischen Linz und Wels wird nicht nur diese Metropolregion international sichtbar, sondern wird damit auch ein klares Bekenntnis zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit in allen wirtschaftlich relevanten Bereichen abgegeben. Dabei geht es besonders um die Bündelung der vorhandenen Ressourcen insbesondere in den Wachstumsfeldern Industrial Intelligence, Clean Technologies sowie Aerospace Engineering.
Bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verstärkung dieser Metropolregion spielen Gemeindegrenzen keine Rolle mehr. Es ist daher auch nebensächlich, in welcher Gemeinde zwischen Wels und Linz konkret eine Ansiedlung erfolgt, weil alle davon profitieren werden.
Wir müssen in allen betroffenen Gemeinden das Verständnis schaffen, dass eine Betriebsansiedelung in dieser Region unmittelbare Wachstumsimpulse in allen umliegenden Gemeinden z.B. als Wohn- oder Einkaufsort der Mitarbeiter auslöst.
Die Aufgabe der Städte und Gemeinden wird es sein, gemeinsam mit dem Land ein wirtschaftsfreundliches Milieu zu schaffen, das wettbewerbserschwerende Faktoren wie z. B. die hohen Energiepreise bzw. eine im internationalen Vergleich hohe Steuer- und Abgabenquote etc. ausgleicht. Das schaffen wir in einer Region nur gemeinsam mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen.
„Mit dem Kirchturmdenken von gestern werden wir die Herausforderungen von morgen nicht lösen. Wenn wir aber diese 13 Punkte umsetzen und vor allem ein kluges Betriebsflächenmanagement mit einer internationalen Sichtbarkeit verbinden, wird das in der gesamten Region einen Wachstumsturbo auslösen.“