Städtebau und Architektur

Im innerstädtischen Bereich wird die weitere Wohnbauentwicklung verstärkt durch die Umnutzung früherer Betriebsareale und Brachflächen geprägt sein. Ein Vorteil dieser „Stadtumnutzung“ liegt darin, dass die in der Wohnumgebung bereits vorhandene Infrastruktur, wie etwa Schulen, Kindergärten, Seniorenzentren, Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel optimal mitgenützt werden können.

Ideenwettbewerb

Siegerprojekt von Arch. Albert Blaumoser - Rendering: Arch. Albert Blaumoser

Ziel des städtebaulichen Ideenwettbewerbes war die Schaffung eines neuen, innerstädtischen Quartiers mit zeitgemäßer Wohnnutzung, Büro- und Geschäftsverbauung.  Als Prämissen wurden Nachhaltigkeit, zukunftsbeständige Flächennutzung, Erhaltung der ökologischen Vielfalt und sparsamer Umgang mit Ressourcen vorgegeben. Auch wurde auf die Erfordernis innovativer Lösungen im Städtebau und Verkehr verwiesen.

Insgesamt wurden 27 Projekte eingereicht, die von einem international besetzten unabhängigen Preisgericht unter Vorsitz von Univ.-Prof. Architekt DI Dr. Thomas Herzog beurteilt wurden. Am 29. September 2006 hat die Jury das Siegerprojekt ausgewählt. Mit einstimmigem Jurybeschluss errang Architekt Albert Blaumoser und sein Büro „Architekten + Stadtplaner“ (Starnberg, Bayern) den ersten Platz vor Architekt Marcus Keusgen (Oberhausen) und dem Büro „Ullrich und Ullrich“ (Berlin).

Die Preisrichter erkannten im Siegerprojekt eine stadträumlich klare Lösung, die sich um eine grüne Mitte entwickelt und gegen die Bahn und den von dort ausgehenden Lärm abschirmt. Die Grundidee des Siegerprojektes besteht in der Umsetzung eines zentralen Parks. Diese großzügige Grünanlage im Zentrum des neuen Stadtteils wird von drei Seiten durch die Wohnanlagen umschlossen. Es werden hofartige Gebäude entwickelt, die sich zur zentralen Grünfläche öffnen. Die Räume der Wohnungen orientieren sich zur weitläufigen und ruhigen Parkanlage. Die Wohnhäuser umfassen zwischen vier und sechs Geschoße. Verschiedene Gebäudehöhen der Innenhofbaukörper machen eine hohe Wohnqualität mit Blick auf den Park möglich. Aus den einzelnen Wohnungen in den unterschiedlichsten Höhen entstehen so ganz individuelle Ausblicke bzw. Sichtachsen auf den großen Park inmitten der Siedlung. Umfassende Informationen zu diesem Wettbewerb sind in einem Bericht des Journals "Wettbewerbe" (Nummer 259/260) zu entnehmen.

Detailbericht zum Wettbewerb (PDF, 12,7 MB)  (neues Fenster)
 

Weiterführende Planung

Auf Basis des Siegerprojektes von Architekt Blaumoser wurde die Grundstruktur durch die Stadtplanung Linz im Detail weiterentwickelt. Zentrale Punkte blieben weiterhin die hofartige Gebäudeanordnung mit den Zugängen zu den Wohnhäusern von den Außenseiten des Areals, der große Park im Zentrum, die Abschirmung gegen Immissionen sowie gegen den innerstädtischen Verkehr entlang der Lastenstraße.

Da der neue Stadtteil an frequentierte Verkehrswege angrenzt, hat die Stadtplanung Linz in ihren umfangreichen Vorbereitungsarbeiten dem Thema Lärm einen besonderen Stellenwert beigemessen. Nach einer Studie des städtischen Umwelt- und Technik-Centers ist der Innenhof des neuen Stadtteils durch nach außen hin geschlossen in Erscheinung tretenden Wohnzeilen optimal  lärmgeschützt. Neben der Ausrichtung der Gebäude werden modernste Technik und die Verwendung bester lärmdämmender Materialien für eine wertvolle Wohnqualität sorgen. Das Wohngebiet wird nicht nur durch die siebengeschoßige nordöstliche Wohnzeile von der Bahntrasse abgeschirmt, es gelingt dies auch durch die intendierte Neustrukturierung des südlich angrenzenden Gewerbegebietes. Diese Neustrukturierung ermöglicht eine optimale Vernetzung der südlich gelegenen Baubestände mit dem neuen Stadtteil. In weiterer Folge ist auch angedacht durch einen lang gestreckten Grünbereich, etwa in Form einer Promenade, einen „Puffer“ zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet zu schaffen.

In den Erdgeschoßen der insgesamt sechsgeschoßigen westseitigen Wohnzeile entlang der Lastenstraße sind Geschäftszonen möglich.
Die konsequente Ausrichtung der Gebäude auf den zentralen Park hat die Stadtplanung Linz ebenso verbessert, wie die Belichtungssituation in den einzelnen Höfen. Zudem haben die Linzer Stadtplaner einen besonderen Schwerpunkt auf strukturelle Maßnahmen bei den Gebäuden gelegt, um unter dem Stichwort „Hängende Gärten“ großzügige Gründächer und Grünanlagen auch in den Obergeschoßen der Gebäude zu ermöglichen.

Weiterführende Planung (JPG, 87 KB)  (neues Fenster)

Hängende Gärten

Architekturwettbewerbe