Integriertes Innenstadtkonzept
„Best of Linz – Ein Entwicklungskonzept für die Linzer Innenstadt“ thematisiert das Zentrum der Stadt als Ort des Handels und Wohnens, der Bildung und Kultur und vor allem den öffentlichen Raum und dessen Nutzung, Gestaltung, Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität.
Als Innenstadtbereich wurde der statistische Bezirk „Innere Stadt“ definiert, welcher von der Donau im Norden zum Bahnbogen im Süden reicht und von der Gruberstraße im Osten und der Kapuzinerstraße im Westen begrenzt wird.
Nach einem Jahr intensiver Planungsarbeit mit einem externen Planungsteam bestehend aus den Büros modul 5, Schulze+Grassov, komobile und nutzeffekt wurde das Konzept fertiggestellt. Inklusive einem breit angelegten Beteiligungsprozess dient es in den nächsten zehn Jahren als Fundament und Leitfaden für zukünftige Planungen und bauliche Maßnahmen in der Linzer Innenstadt.
Integriertes Innenstadtkonzept (PDF, 34 MB | Deutsch)
Ergebnisse Beteiligungsprozess (PDF | 2,36 MB | Deutsch)
Vier räumliche Prinzipien leiten die Entwicklung der Linzer Innenstadt
Rückgrat - Das Aushängeschild stärken
Eine verlängerte zentrale Achse entlang der stark frequentierten Landstraße soll die Fußgängerfrequenz erhöhen. Die verschiedenen Abschnitte entlang dieses Korridors werden differenziert und vielfältig gestaltet.
Netzwerk - Nachbarschaften verbinden
Durch die Schaffung eines zusammenhängenden Netzwerks aus gut gestalteten Freiräumen – wie Plätzen, Parks und Straßen – wird die Erreichbarkeit einzelner Orte verbessert und die verschiedenen Nachbarschaften miteinander verbunden.
Konfetti - Orte in Szene setzen
Die fünf einzigartigen Viertel der Innenstadt (Altstadt, Rathausviertel, Domviertel, Volksgartenviertel und Neustadtviertel) bieten bereits verschiedene erfahrbare Qualitäten, die eine vielfältige und dynamische Innenstadt fördern. Ihre besonderen Merkmale, wie das städtische Raumbild, die Handelsstruktur und die demografische Zusammensetzung, werden hervorgehoben, um die Einzigartigkeit der Innenstadt zu stärken.
Tore - Eingänge öffnen
Neue, einladende Stadteingänge werden an den Grenzbereichen der Innenstadt geschaffen. Dies geschieht durch die Aufwertung großer und kleiner Eingangsorte, was zur allgemeinen Aufwertung des Stadtraums beiträgt.
Aufeinander abgestimmte Maßnahmen
Die veränderten Rahmenbedingungen in der Innenstadt folgen großen globalen Trends wie einem neuen Einkaufs- und Freizeitverhalten, den Auswirkungen des Klimawandels, den demografischen und soziokulturellen Veränderungen sowie den neuen Anforderungen an Wohn- und öffentlichen Raum.
Dementsprechend wurden konkrete Vorschläge zur Umsetzung von städtebaulichen, infrastrukturellen und organisatorischen Maßnahmen in der Innenstadt erstellt. Dabei steht der Nutzen für die Bürger*innen im Vordergrund der einzelnen Projektvorschläge. Insgesamt wurden 20 Projektvorschläge erarbeitet, die in einem Zeitraum zwischen 2025 und 2035 geplant und / oder umgesetzt werden sollen.
Städtebauliche Großprojekte
Eine abschnittsweise Planung unter Berücksichtigung von Mobilitätsthemen, Nutzung und Aufenthaltsqualität ist wesentlich für das Gelingen und die Akzeptanz dieser Maßnahme. Vom Hauptbahnhof kommend bildet der Volksgarten das Eingangstor zur Landstraße und damit in die Linzer Innenstadt. Der Bereich an der Goethekreuzung wird 2026 umgestaltet und durch ein Nebelspiel für verschiedene Gruppen jeglichen Alters nutzbar. In einem weiteren Schritt könnten durch Begrünungsmaßnahmen der südlichen Landstraße der Volksgarten und der Schillerpark „verbunden“ und die Aufenthaltsqualität im Straßenraum gesteigert werden.
Die nördliche Landstraße ist geprägt von einem schmalen Straßenquerschnitt zwischen Taubenmarkt und Bismarckstraße bei gleichzeitig intensiver Nutzung durch Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und der Straßenbahn. Dementsprechend ist der gestaltbare Raum begrenzt und es ist notwendig, die Plätze entlang der nördlichen Landstraße aufzuwerten, sowie die Nebenstraßen gestalterisch besser und einladender zu gestalten.
Das Neustadtviertel ist geprägt von einer gründerzeitlichen Blockrandbebauung und einem charakteristischen schachbrettartigen Straßennetz mit teilweise sehr breiten Straßenquerschnitten. Aufgrund dessen dominiert der motorisierte Individualverkehr das Viertel: breite Einbahnstraßen ermöglichen dem Durchzugsverkehr hohe Geschwindigkeiten, parkende Fahrzeuge dominieren das Straßenbild und es gibt wenig Raum für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird ein schrittweises Vorgehen nach dem Modell der „Low Traffic Neighborhoods“ empfohlen, angepasst an die Linzer Verhältnisse. Konkrete Ideen zur Aufwertung der Straßenräume, Neugestaltungen einzelner Straßenzüge sowie ein Parkraumkonzept zur Entlastung der Bewohner*innen des Viertels sollen erarbeitet werden.
„Eingangstore“ in die Linzer Innenstadt akzentuieren den Übergang und schaffen Orientierung. Unabhängig davon, ob es sich um die touristisch bedeutsamen Stadteingänge Hauptbahnhof und Donauraum handelt, oder um Eingänge der unterschiedlichen Nachbarschaften: die Gestaltung der Stadteingänge ist wesentlich für das qualitätsvolle „Ankommen“ in der Innenstadt. Änderungen im Straßenbelag, Baumpflanzungen und Sitzgelegenheiten, sowie die Attraktivierung der aktiven Mobilitätsformen sind nur einige Vorschläge um „Eingangstore“ zu akzentuieren.
Strukturkonzepte
Strukturkonzepte sind oftmals eine notwendige Grundlage für Gestaltungsmaßnahmen und Voraussetzung für Bauprojekte. Darin wird beispielsweise die Nutzung des öffentlichen Raums verhandelt (z.B. zusätzlicher Aufenthaltsraum statt Oberflächenparken) oder die spezifische städtebauliche Qualität und inhaltliche Schwerpunktsetzung in den einzelnen Vierteln erarbeitet (z.B. Freiluftkulturräume im Domviertel, Mini-Parks im Volksgartenviertel).
Prinzipiell ergeben sich bei der Erarbeitung von Strukturkonzepten ein erhöhter Aufwand an Bürger*innenbeteiligung und die Notwendigkeit einer intensiven Abstimmung zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen im Magistrat, da immer Querschnittsmaterien behandelt werden.
Geplante Strukturkonzepte im Rahmen des Innenstadtkonzepts:
- Strukturkonzept Neustadtviertel
- Strukturkonzept Volksgartenviertel
- Strukturkonzept Domviertel
- Strukturkonzept Rathausviertel
Managementprojekte
Managementprojekte stellen die Grundlage für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung dar. Darin werden Zuständigkeiten geklärt, Kooperationen gefördert und Unterstützungsmöglichkeiten für einzelne Akteur*innen entwickelt. Managementprojekte reichen von einem Innenstadtmanagement (derzeit durch ein Standortmanagement beim Linzer City Ring) und Fördermöglichkeiten für Innenstadtprojekte über ein Gestaltungshandbuch für den öffentlichen Raum inklusive Spiel- und Sportmöglichkeiten bis hin zu Projekten für City Logistik und Mobilitätsmanagement.
Begleitprojekte
Die Stadt Linz hat in den letzten Jahren viele Leitbilder und Entwicklungskonzepte erstellt. Einige davon betreffen auch die Entwicklung und Gestaltung der Linzer Innenstadt bzw. wirken sie sich in ihrer Entwicklung auf die Innenstadt aus.
Langfristige Strategien und ganzheitliche Planungen in den Themenfeldern Städtebau und Mobilität, sowie Wirtschaft und Kultur betreffen folgende Projekte, bei denen das Innenstadtkonzept als Begleiter fungieren darf:
- Parkraumstrategie > Als Begleiter des Masterplan Parken
- Ausbau der Radrouten > Als Begleiter der Linzer Fahrradstrategie
- Erweiterung der Tourismusangebote > Als Begleiter der Linzer Tourismusstrategie
- ÖV-Strategie Innenstadt > Als Begleiter der ÖV-Strategie
- Verkehrsplan 2025 > Als Begleiter der Reduktion der Verkehrsbelastung in der Innenstadt
Ein groß angelegter Beteiligungsprozess
In verschiedenen Formaten und je nach Projekt und Zielsetzung werden im Innenstadtkonzept sowohl die Bevölkerung, die Anrainer*innen und Interessensvertretungen, sowie Gewerbetreibende und Gastronomiebetreiber*innen informiert und in Entscheidungsprozesse eingebunden.

Im Herbst 2023 fand im Rahmen der Konzepterstellung eine breit angelegte Bürger*innenbeteiligung statt. Die Vorschläge und Erwartungen der Bevölkerung wurden bei der Erarbeitung des Konzepts bestmöglich berücksichtigt.

Interessensvertreter*innen aus Wirtschaft, Handel, Gastronomie, Kultur, Tourismus, Projektentwicklung, Baukultur, Soziales, Migration und Mobilität sowie Vereine und Eigentümer*innen konnten im April 2024 bei einer großen Stakeholderkonferenz zum erarbeiteten Konzeptstand Rückmeldungen geben und Meinungen einbringen.

Interessierte waren eingeladen, die Ausstellung zum Innenstadtkonzept im Foyer des Alten Rathauses zu besuchen.

Ein wesentlicher Punkt im Innenstadtkonzept handelt von der Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Rückmeldungen von Linzer*innen sowie Besucher*innen der Stadt zu Stadtmöblierung und Aufenthaltsqualität wurden im Rahmen des fesitval of curiosity in der Tabakfabrik Linz bei einer Veranstaltung von Linz Tourismus abgefragt.

Ein Projekt aus dem Innenstadtkonzept sieht die Neugestaltung und mikroklimatische Verbesserung des Linzer Hauptplatzes vor. In der Entwurfsphase fand eine Informationsveranstaltung für alle Anrainer*innen am Hauptplatz statt.

Eine Umgestaltung des Taubenmarkts und die Schaffung zusätzlicher Sitzmöglichkeiten wurden bereits bei der Bürger*innenbeteiligung im Rahmen der Erstellung des Innenstadtkonzepts als Ziel erkannt. Die Gelegenheit einer kleinen Intervention ergab sich durch den Rücknahme des Brunnens durch die Sparkasse Linz. Weitere Umgestaltungsmaßnahmen sind beabsichtigt. Die Passant*innen konnten ihre Meinung mittels Onlinebefragung unter www.linz.at/taubenmarkt kundtun.