Umgestaltung des Entrees Volksgarten
Der Eingangsbereich in den Volksgarten an der Goethekreuzung wurde im Sommer 2026 neugestaltet. Der Ort ist ein wichtiger Umsteigeknoten des öffentlichen Verkehrs, liegt am Rand einer bedeutsamen Parkanlage und verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt. Als zentraler Platz im Stadtgefüge wird er täglich von zahlreichen Menschen genutzt und durchquert.
Ein Ort für alle
Ziel der Umgestaltung ist es, einen einladenden, sicheren und ganzjährig gut nutzbaren Stadtraum zu schaffen, der die Bedeutung des Ortes als Verbindung zwischen Innenstadt und Volksgarten unterstreicht. Im Mittelpunkt stehen eine höhere Aufenthaltsqualität, bessere Orientierung und Bewegungsflüsse sowie die Stärkung des Sicherheitsgefühls. Gleichzeitig soll der Bereich unterschiedlichen Nutzer*innengruppen Raum bieten und Begegnung ermöglichen.
Die Planung wurde gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro DnD entwickelt. Zahlreiche Vertreter*innen aus den Bereichen Kultur, Feuerwehr, Märkte, Linz Linien, Beleuchtung, Stadtgrün, Stadtreinigung, Mobilität, Radverkehr, Stadtklimatologie und Ordnungsdienst waren frühzeitig in den Prozess eingebunden. Ergänzend erfolgten Abstimmungen mit der Volkshilfe und dem BBRZ, um auch soziale Aspekte zu berücksichtigen. So konnten technische, gestalterische, ökologische und soziale Anforderungen in einem gemeinsamen Entwurf zusammengeführt werden.
Mehr Übersicht und bessere Bewegungsflüsse
Die bisherige Situation war an mehreren Stellen beengt. Für viele Passant*innen war das Durchqueren dieser Bereiche mit Unsicherheit und Unwohlsein verbunden, da aufgrund der räumlichen Enge ein Ausweichen oder ausreichender Abstand häufig nicht möglich war.
Die Neugestaltung setzt auf räumliche Öffnung, bessere Einsehbarkeit und eine vielfältige Nutzung. Durch die Entfernung einer Werbetafel wurden Sichtbeziehungen verbessert und der Raum geöffnet. Neu angeordnete Wege orientieren sich stärker an den tatsächlichen Bewegungsströmen. Auch die Möblierung wurde neu organisiert: Aufenthaltsbereiche, die zuvor das Zusammenkommen großer Gruppen begünstigten, wurden räumlich neu strukturiert. Es entstehen dadurch offenere und besser einsehbare Bereiche zum Sitzen, Warten und Begegnen.

Das Nebelspiel - Impuls für ein vielfältiges Miteinander
Ein besonderes Element der Neugestaltung ist das Nebelspiel. Als spielerisches und niederschwelliges Angebot lädt es Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Bedürfnissen dazu ein, den Raum zu entdecken, zu verweilen und miteinander in Kontakt zu kommen.
Dabei geht seine Wirkung über die reine Attraktivierung hinaus: Das Nebelspiel schafft einen selbstverständlichen Anlass, den öffentlichen Raum gemeinsam zu nutzen. Familien mit Kindern, Jugendliche, ältere Menschen, Passant*innen, Besucher*innen den Volksgarten und wartende Fahrgäste können gleichzeitig präsent sein. So entsteht ganz selbstverständlich eine stärkere Durchmischung der Nutzer*innengruppen.
Diese soziale Vielfalt verändert die Wahrnehmung des Ortes. Wo unterschiedliche Menschen selbstverständlich anwesend sind, wird der öffentliche Raum stärker als gemeinsamer Raum erlebt – lebendig, zugänglich und offen für alle. Eine vielfältige Nutzung kann dabei insbesondere das subjektive Sicherheitsgefühl stärken: Die Anwesenheit von Familien, Kindern, älteren Menschen und anderen Nutzer*innen vermittelt, dass der Ort selbstverständlich öffentlich genutzt wird.
Das Nebelspiel wirkt somit als sanfter städtebaulicher Impuls. Es lenkt und verdrängt nicht, sondern lädt ein. Durch Nutzung, Begegnung und soziale Vielfalt kann ein Raum menschlicher werden und ein stärkeres Gefühl von Zugehörigkeit und Miteinander entstehen.
Gleichzeitig leistet das Nebelspiel in den Sommermonaten einen Beitrag zur Kühlung und damit zur Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.

Begegnung statt Verdrängung
Die Neugestaltung verfolgt den Grundgedanken: Öffentlicher Raum ist für alle da.
Die Gestaltung schafft dafür unterschiedliche Möglichkeiten: Menschen warten auf ihre Straßenbahn, passieren den Platz auf dem Weg in die Innenstadt, Familien bleiben stehen, Kinder spielen und Menschen verweilen. Unterschiedliche Gruppen können gleichzeitig präsent sein, ohne dass eine einzelne Nutzung den Raum dominiert.
Der neu gestaltete Eingangsbereich verbindet damit Bewegung, Aufenthalt, Begegnung und Klimaanpassung. Er schafft einen offenen, übersichtlichen und lebendigen Stadtraum – einen würdigen Eingang zum Volksgarten und einen Ort, den unterschiedliche Menschen selbstverständlich gemeinsam nutzen können.
Bestandsbäume stärken im dicht verbauten Stadtgebiet
Stadtbäume sind für ein gutes Stadtklima unverzichtbar. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, verbessern die Luftqualität und schaffen wertvolle Lebensräume. Gleichzeitig sind ihre Standorte im dicht verbauten Stadtgebiet hohen Belastungen ausgesetzt.
Ein Beispiel ist die Hainbuche am Eingangsbereich in den Volksgarten. Durch intensives Betreten der Baumscheibe war der Boden stark verdichtet. Wasser und Luft konnten nur noch eingeschränkt in den Boden eindringen, der Rasen wuchs nur spärlich. Bei verdichteten Böden nimmt der Porenraum ab. Dadurch stehen den Wurzeln weniger Sauerstoff und weniger pflanzenverfügbares Wasser zur Verfügung. Gleichzeitig wird das Eindringen neuer Wurzeln erschwert.
Boden lockern, Wurzeln stärken
Um den Standort langfristig zu verbessern, wurde der Boden rund um die Hainbuche mittels Tiefenlockerung mit Druckluft bis in eine Tiefe von rund 60 Zentimetern gelockert. Über Lanzen wird Druckluft in den Boden eingebracht und die verdichteten Bodenschichten werden schonend aufgebrochen.
Zusätzlich wurden bodenaktivierende Hilfsstoffe in den Wurzelraum eingebracht. Die entstandenen Hohlräume sowie die Oberfläche wurden mit einem Substrat aus Kompost, Sand und Pflanzkohle verfüllt. So wird nicht nur kurzfristig gelockert, sondern die Struktur des Wurzelraums verbessert.
Zum Schutz vor erneuter Verdichtung wurde die Baumscheibe eingefasst, mit Immergrün (Vinca minor) bepflanzt und mit einer automatischen Tröpfchenbewässerung ausgestattet.
Ein gesunder Baum braucht nicht nur eine intakte Krone, sondern vor allem auch einen funktionierenden Wurzelraum. Gerade im dicht bebauten Stadtgebiet ist es daher wichtig, vorhandene Baumstandorte zu erhalten, zu schützen und gezielt zu verbessern.
Baumschutz und Baustelle gemeinsam denken
Auch notwendige Bauarbeiten müssen den Erhalt bestehender Bäume nicht ausschließen. Für die Arbeiten rund um die Hainbuche wurden die Äste vorübergehend nach oben gebunden. So konnte der Bagger arbeiten, ohne die Krone unnötig zu beschädigen. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Äste wieder heruntergelassen.
Auf diese Weise konnten unnötige Kroneneinkürzungen vermieden und der bestehende Baum vollständig erhalten werden.
Das Beispiel zeigt: Mit gezielter Standortverbesserung, sorgfältiger Planung und entsprechenden Schutzmaßnahmen können auch belastete Baumstandorte im urbanen Raum langfristig gestärkt werden. Der Erhalt vitaler Bestandsbäume ist damit ein wichtiger Beitrag zu einer klimaangepassten und lebenswerten Stadt.

Kofinanziert von der Europäischen Union
Das Projekt „Eingangsbereich Volksgarten“ (Nr. 291 – OÖ. Abt. Raumordnung) ist eine investive Umsetzungsmaßnahmen im Bereich Klimaanpassung, die im Rahmen des EU-Förderprogramms IBW-EFRE 2021-2027 unterstützt und gefördert wird.
Projektträger: Stadt Linz
Projektlaufzeit: 12.03.2026 bis 11.03.2027
Nähere Informationen zum Programm IBW/EFRE- & JTF

Ein Projekt der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit der Stadtregion Leonding, dem Regionalmanagement Oberösterreich und dem Land Oberösterreich:

