Gib Sexismus keine Chance!

Kampagne gegen Sexismus und sexuelle Belästigung

Collage der Plakate

Die Plakate der Kampagne wurden (unter dem Titel „Free Your Organisation from Sexism") zur Verfügung gestellt von JUMP, einer in Brüssel angesiedelten Organisation (jump.eu.com) mit Fokus auf Gleichbehandlungsthemen. Die Plakate wurden auf Englisch, Französisch und Niederländisch veröffentlicht und von der Stadt Graz übersetzt. Die Stadt Linz bedankt sich für die Bereitstellung der (übersetzten) Unterlagen.  

Die Sensibilisierungskampagne "Gib Sexismus keine Chance!" wird vom Frauenbüro der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit der Stadtkommunikation Linz realisiert und beruht auf einem Beschluss des Linzer Gemeinderats. 

Mit dieser Kampagne fordern wir Sie auf gegen Sexismus und sexuelle Belästigung aufzustehen, zu widersprechen und kritisch zu sein!

Haben Sie noch Fragen?
Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Frauenbüro der Stadt Linz
Altes Rathaus, Hauptplatz 1, 4021 Linz
Tel.: +43 732 7070 1191
E-Mail: frauenbuero@mag.linz.at

Sexismus ist nicht nur sexuelle Belästigung, sondern umfasst jede Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Davon betroffen sind alle Lebensbereiche und alle Menschen. Nur mit gemeinsamen Anstrengungen können sexistische Bemerkungen, Übergriffe, Darstellungen und Stereotype überwunden werden. 
Die Sujets zu Sexismus im Arbeitsalltag zeigen auf, wo Ungleichbehandlungen zwischen Frauen und Männern (immer noch) massiv vorhanden sind, wie gleiche Verhaltensweisen unterschiedlich bewertet werden und wie stark diese Klischees immer noch in unserer Gesellschaft verankert sind.

Seien Sie deshalb aufmerksam! Stellen Sie sich in verschiedensten Situationen vor, wie sie im beruflichen und im privaten Kontext auf eine Frau reagieren und im Gegenzug, wie Sie in der gleichen Situation auf einen Mann reagieren würden. Würden Sie ein bestimmtes Auftreten oder Verhalten von einer Frau anders bewerten, wenn sie ein Mann an den Tag legen würde? Ist Ihre Erwartungshaltung wirklich unabhängig vom Geschlecht Ihres Gegenübers?  Alleine dieser Gedanke führt uns häufig vor Augen, wie weit wir noch von einer Geschlechtergerechtigkeit entfernt sind und (mehr oder weniger unbewusste) Rollenzuschreibungen noch fester Bestandteil unserer Gesellschaft sind.

Wir fordern Sie auf gegen diese Diskriminierung aufzustehen, zu widersprechen und kritisch zu sein!

Dialog: Versteckt aber da ... / Was denn? / Sexismus ... Schau selber! / Gib Sexismus keine Chance!

Aktuellen Berechnungen der Arbeiterkammer zufolge fiel der Equal Pay Day in Linz im vergangenen Jahr auf den 5. November 2022. Somit arbeiten Linzerinnen – im Durchschnitt und im Vergleich zu den Linzern – 57 Tage „gratis“. Das entspricht einem Einkommensunterschied von 15,6 Prozent auf Basis ganzjähriger Vollzeiteinkommen.

Das liegt zum Großteil daran, dass Frauen in der Arbeitswelt häufiger bei Beförderungen übergangen werden sowie Lohn- und Gehaltsforderungen eine andere Bewertung erfahren. Lohn- und Gehaltsforderungen sowie der Wunsch nach einer Beförderung werden bei Männern mit positiven Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein in Verbindung gebracht. Bei Frauen eher mit negativen Eigenschaften wie „Karrieregeilheit“ und Maßlosigkeit. Diese Ungerechtigkeit macht es für Frauen deutlich schwieriger, überhaupt Forderungen zu stellen. Und verhindert Chancengleichheit und Gleichberechtigung.

Erst, wenn Forderungen von Frauen gleichermaßen bewertet werden wie jene der Männer, wird es möglich sein, den Gender Gap zu schließen.

Geteiltes Bild einer Frau und eines Mannes. Zitat bei der Frau: 'Echt jetzt? Ihr Gehalt ist doch ganz anständig!' / Zitat beim Mann: 'Gehaltserhöhung? Warum nicht - lassen Sie uns darüber reden!'

Häufig fängt es bereits bei Bewerbungsgesprächen an. „Was machen Sie mit Ihren Kindern, wenn diese krank sind?“, „Wie bringen Sie Beruf und Familie unter einen Hut?“. Fragen, die fast ausschließlich Frauen beantworten müssen, während bei Männern der Familienstand sowie etwaige Betreuungspflichten – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle spielen.

Ist eine Frau beruflich erfolgreich, kann das scheinbar nicht mit rechten Dingen zu gehen. Frauen sind weitaus häufiger Anfeindungen ausgesetzt, sehen sich häufiger mit bösartigen Unterstellungen konfrontiert und müssen öfter Rechenschaft darüber ablegen, wie es denn zu dieser Beförderung gekommen ist. Im günstigsten Fall werden sie „nur“ als Quotenfrau abgestempelt, denn nur selten werden Frauen die gleichen Kompetenzen zugesprochen wie Männern. All diese Umstände machen den Karriereweg von Frauen steiniger, erfordern mehr Mut, Entschlossenheit und auch Ausdauer und Kraft.

Um diesen Missstand zu beenden, muss die Gesellschaft - in beruflichen wie im privaten Kontext - Frauen und Männern die gleichen Kompetenzen und Fähigkeiten zugestehen, und intensiv gegen Klischees und Vorurteile ankämpfen.

Geteiltes Bild einer Frau und eines Mannes. Zitat bei der Frau: 'Mit wem hat sie geschlafen, um diesen Posten zu bekommen?' / Zitat beim Mann: 'Toller Mann, die Beförderung hat er sich verdient.'

Die Geburt eines Kindes verursacht für viele Frauen einen gewaltigen Karriereknick. Frauen werden häufig schon vor der Familienplanung schlechter bezahlt, da seitens des Arbeitgebers die Befürchtung im Raum steht, dass die Mitarbeiterin aufgrund der Geburt eines Kindes länger ausfallen könnte. Auch nach der Geburt des Kindes werden Mütter bei beruflichen Beförderungen und Aufstiegsmöglichkeiten aufgrund vorhandener Kinderbetreuungspflichten übergangen.  Väter hingegen spüren beruflich kaum bis gar keine negativen Auswirkungen. Grund dafür ist vor allem, dass immer noch der Großteil der anfallenden Sorgearbeit weitgehend von Frauen übernommen wird. Längere Karenzzeiten von Männern für Kinderbetreuung finden weder gesellschaftlich noch von Arbeitgeberseite die nötige Akzeptanz. Und wenn, dann häufig nur die gesetzliche Mindestdauer von zwei Monaten. Die wirklich faire Lösung bestünde darin, die Ausfallzeiten aufgrund der Geburt eines Kindes auf beide Elternteile gerecht aufzuteilen. Somit wäre das „Ausfallsrisiko“ für den Arbeitgeber bei beiden Geschlechtern gleich hoch und würde zumindest dahingehend bei diversen Personalentscheidungen eine untergeordnete Rolle spielen.

Geteiltes Bild einer Frau und eines Mannes. Zitat bei der Frau: 'Schade, sie hatte ein großes Potential.' / Zitat beim Mann: 'Gratulation an den werdenden Vater!.'

Folgend können Sie sich die Plakate unserer Kampagne als Druckdatei (Format A2) downloaden. Die Plakate der Kampagne wurden (unter dem Titel „Free Your Organisation from Sexism") zur Verfügung gestellt von JUMP, einer in Brüssel angesiedelten Organisation (jump.eu.com) mit Fokus auf Gleichbehandlungsthemen. 

Plakat Seximus allgemein (PDF | 222 KB)

Plakat Schwangerschaft (PDF | 1,47 MB)

Plakat Gehaltserhöhung (PDF | 1,62 MB)

Plakat Beförderung (PDF | 2,48 MB)

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