LUISA IST DA!

Illustration: Frau fragt den Barkeeper 'Ist Luisa da?', Barkeeper antwortet mit 'ja'.

Maßnahme gegen sexuelle Belästigung startet mit Pilotprojekt im Magistrat

Mit „LUISA IST DA!“ wurde im deutschsprachigen Raum in Anlehnung an „Safe Bars“ (USA) und „Ask for Angela“ (Großbritannien) eine Sicherheitskampagne geschaffen. Klares Ziel der Präventionskampagne: maßgebliche Prävention von sexueller Belästigung und sexueller Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Nachtleben. Bereits im Grazer Nachtleben erfolgreich seitens des Referat Frauen & Gleichstellung der Stadt Graz in Zusammenarbeit mit „Beratungsstelle TARA“ umgesetzt, holt nun das Frauenbüro der Stadt Linz auf Initiative von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger diese wichtige Maßnahme nach Linz.

Die Stadt Linz bekennt sich zur Bekämpfung dieses eklatanten Missstandes in unserer Gesellschaft und geht mit gutem Vorbild voran. In einem ersten Schritt startet „LUISA IST DA“ daher im Magistrat: Portiermitarbeiter*innen der Rathäuser und Volkshausverwalter*innen werden in eigens hierfür entwickelte Informationsveranstaltungen zu LUISA-Beauftragte geschult.

Tausende Veranstaltungen in den Linzer Volkshäusern und Rathäusern 

In den Linzer Volkshäusern und Rathäusern finden tausende Veranstaltungen jährlich statt. Daher wird genau hier erstmalig mit dem Pilotprojekt „LUISA IST DA!“ angesetzt: Portiermitarbeiter*innen und Volkshausverwalter*innen werden zu LUISA-Beauftragten.

Wird die Frage „Ist Luisa da?“ an LUISA-Beauftragte gestellt, so wissen diese genau, wie vorgegangen wird: Mit einem „Ja“ wird vermittelt, dass die Frage verstanden wurde. LUISA-Beauftrage stellen keine unangenehmen Fragen, hören zu und erkundigen sich was gebraucht wird. (Taxi bestellen, Tasche und/oder Jacke von einem Tisch holen, Freund*innen anrufen, Polizei anrufen etc.)

Wichtig dabei ist, dass sich LUISA-Beauftragte nicht selbst in Gefahr bringen und sich notfalls selbst Unterstützung holen.

Die Umsetzung des Projekts durch den Magistrat in den eigenen Rat- und Volkshäusern stellt ein Alleinstellungsmerkmal des Linzer Pilotprojekts dar. 

Informationsveranstaltungen für LUISA-Beauftragte

Im Zuge von Informationsveranstaltungen werden künftige LUISA-Beauftragte geschult, wie sie auf die Frage „Ist Luisa da?“ gut reagieren. Es sollen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und Unsicherheiten genommen werden. Die Informationsveranstaltungen werden von Mitarbeiter*innen des autonomen Frauenzentrums (aFZ) abgehalten. 

Mit diesem Veranstaltungsformat werden LUISA-Beauftragte geschult, sensibilisiert und dabei unterstützt, wie sie ganz konkret Mädchen und Frauen, die sich beim Besuch einer Veranstaltung in den Linzer Rat- und Volkshäusern aus einer unangenehmen Situation befreien möchten und ihnen unmittelbar und diskret helfen können.

Über „LUISA IST DA!“

„LUISA IST DA!“ ist ein Hilfsangebot für Mädchen und Frauen, die sich in verschiedenen Situationen sexuell belästigt oder bedroht fühlen oder sich aus einer brenzligen Situation befreien möchten.

Das Projekt läuft bereits erfolgreich in der Stadt Graz und über 60 Gastronomiebetriebe nehmen aktuell daran teil. In diesen Lokalen können sich Mädchen und Frauen, wenn sie sich beim Fortgehen sexuell belästigt oder bedrängt fühlen, niederschwellig mit den Worten „Ist Luisa da?“ an eine*n Mitarbeiter*in wenden. Ziel dabei ist es, dass Mädchen und Frauen sich nicht lange erklären müssen und ihnen unmittelbar und diskret Hilfe angeboten wird. Durch den gelungenen Informationsaustausch mit dem Referat Frauen & Gleichstellung der Stadt Graz können äußerst nützliche Erfahrungswerte von Beginn an bei der Umsetzung in Linz mitgedacht werden. 

Die Dimension sexueller Übergriffe in Österreich ist gewaltig: Insgesamt berichten 3 von 4 Frauen (72,4 Prozent) im Gegensatz zu jedem vierten Mann (27,2 Prozent) über Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Am häufigsten erleben Frauen diese Gewaltform im öffentlichen Bereich (51,3 Prozent) (vgl. Studie „Gewalt in der Familie und im nahen sozialen Umfeld. Österreichische Prävalenzstudie zur Gewalt an Frauen und Männern (Wien 2011)“, Herausgeber*in: Österreichisches Institut für Familienforschung an der Universität Wien).

LUISA-Beauftragte in Volks- und Rathäusern nur der Anfang

Aufbauend auf diese erstmalige Umsetzung, ist eine breitenwirksame Ausrollung in der Unternehmensgruppe Linz und in einem weiteren Schritt in der Linzer Nacht- & Gastro-szene geplant. Erkenntnisse und Lernerfahrungen des Pilotprojekts können so mitgedacht und notwendige Linz-spezifische Adaptierungen vorgenommen werden.

Stellungnahmen

Frauenstadträtin Eva Schobesberger:

„Sexuelle Belästigung bis hin zu sexueller Gewalt geht uns alle an! Rollenklischees, Patriarchat, Frauenfeindlichkeit und eine Kultur, welche Gewalt und Belästigung duldet, ist überall zu bekämpfen. Genau hier setzt das Pilotprojekt „LUISA IST DA!“ an. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, dass wir im Magistrat mit dem Pilotprojekt starten können. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen soll „LUISA IST DA!“ dann auf die Unternehmensgruppe Linz und die Gastronomie ausgeweitet werden.“

Vizebürgermeisterin Tina Blöchl:

„Sexuelle Belästigung und Gewalt haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Im Magistrat besteht bereits ein sensibles Sicherheitsnetz mit internen Anlaufstellen für Mitarbeiter*innen, das für eine rasche Klärung von Vorfällen und Unterstützung von Betroffenen sorgt. Mit der Initiative LUISA IST DA! erweitern wir unsere Präventionsarbeit auf kommunaler Ebene.“

Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger:

 „Aufgabe der Stadt Linz ist es, sowohl als Kommune als auch in der Rolle einer großen Dienstgeberin einen starken Fokus auf die Bekämpfung von sexueller Belästigung und sexueller Gewalt zu legen. Mit dieser konkreten und niederschwelligen Präventionskampagne setzen wir ein wertvolles Zeichen, um die Linzer*innen zu sensibilisieren sowie Frauen und Mädchen zu stärken.“

Projekt "Luisa ist da!" der Stadt Graz
Gib Sexismus keine Chance! - Kampagne gegen Sexismus und sexuelle Belästigung

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