Boden.Leben.Klima
Symposium zum nachhaltigen Umgang mit unserem Boden als Chance für den Klima- und Artenschutz

Termin: 3.9.2021 Uhrzeit: 13 bis 19 Uhr
Veranstaltungsort: Wissensturm (Saal E.09) und Online-Livestream
Anmeldung: VHS Linz

Blick vom Freinberg auf Alt-Urfahr, die Donau und die Linzer Altstadt mit Laubbäumen im Vordergrund

Die Folgen des ungebremsten Flächenverbrauchs werden immer deutlicher. Durch die zunehmende Versiegelung entstehen in unseren Städten Hitzeinseln und auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt gerät durch die Flächeninanspruchnahme immer stärker unter Druck.
Beim Symposium Boden.Leben.Klima steht der Bodenverbrauch im Fokus. In sechs Impulsvorträgen zeigen und diskutieren unsere Referentinnen und Referenten dessen Auswirkungen auf das Klima und die Artenvielfalt.
Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos. Für den Besuch der Veranstaltung im Wissensturm ist eine Anmeldung notwendig. Das Symposium wird von Dorf TV online live übertragen.

Moderation: Mag.a Gerlinde Larndorfer, Bodenbündnis in Oberösterreich, und Rainer Rathmayr, MA, Volkshochschule Linz

Programm

Programm-Folder (PDF | 467 KB)

  • 13 bis 13:30 Uhr
    Einlass
     
  • 13:30 bis 13:45 Uhr
    Eröffnung durch Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger
    Programmvorstellung
     
  • 13:45 bis 14:20 Uhr
    Bodenverbrauch in Österreich – Auswirkungen und mögliche Lösungsansätze
    Dr. Mario Winkler, Österreichische Hagelversicherung
    Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Generell ist der Boden ein Wunderwerk. So ist er auch essentiell für eine ausreichende Produktion von Lebensmitteln. Das hat gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wo es vielerorts zu leeren Supermarktregalen gekommen ist. Wir sind aber beim Bodenverbrauch Europameister im negativen Sinn. Daher müssen wir den gegenwärtigen Bodenverbrauch dringend reduzieren, damit wir unseren Kindern nicht die Zukunft verbauen.
     
  • 14:20 bis 14:55 Uhr
    Stadt und Natur – kein Widerspruch! Zur Verantwortung von Städten für die Erhaltung der Biodiversität
    Dr. Fritz Schwarz, Naturkundliche Station und Botanischer Garten der Stadt Linz
    Es mutet absurd an: Städte sind alles andere als artenarm! Aufgrund ihrer Vielzahl an speziellen Lebensräumen, Nutzungen und Nutzungsintensitäten finden in Ballungsräumen oft mehr Tier- und Pflanzenarten günstige Lebensbedingungen, als in vielen intensiv genutzten Gebieten in der freien Landschaft. Der Vortrag geht auf die ökologischen Unterschiede zwischen Stadt und Land ein, gibt einen Überblick über die vielfältigen Funktionen von Stadtnatur und zeigt anhand vieler Bilder die spezifische Situation, die es in der Stadt Linz zu entdecken gibt.
     
  • 14:55 bis 15:05 Uhr
    Fragen und Diskussion zu den Vorträgen „Bodenverbrauch in Österreich“ und „Stadt und Natur – kein Widerspruch!“
     
  • 15:05 bis 15:20 Uhr
    Pause
     
  • 15:20 bis 15:55 Uhr
    Biodiversität in Österreich – Was sie bedeutet, warum und wie wir sie erhalten wollen
    Mag.a Christine Pühringer, Naturschutzbund Österreich
    Biodiversität, das ist Vielfalt von Arten, Genen und Lebensräumen. Österreich ist durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Ökosysteme auf engstem Raum ein Hotspot dieser biologischen Vielfalt.
    Doch die Vielfalt schwindet – weltweit und auch in Österreich. Eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Und auch bei uns wird die Rote Liste gefährdeter Lebensräume und der dort vorkommenden Arten immer länger. Seit 1998 ist ein Drittel der Vögel in unserer Kulturlandschaft verschwunden, mehr als die Hälfte der heimischen Schmetterlinge sind gefährdet, genauso wie rund 40 Prozent der heimischen Farn- und Blütenpflanzen. Besonders betroffen sind die Insekten: Ihre Bestände sind in den letzten 30 Jahren um rund 80 Prozent zurückgegangen, schätzen Expertinnen und Experten.
    Die Gründe für den Verlust an Vielfalt sind fast durchwegs menschengemacht: „Wir übernutzen unsere Ressourcen, nehmen immer mehr Flächen in Anspruch, beeinträchtigen und zerstören Lebensräume. Der vom Menschen verursachte Klimawandel tut sein Übriges. Das gefährdet aber auch die Lebensgrundlage der Menschen und den Nutzen biologischer Vielfalt für jede Einzelne und jeden Einzelnen. Denn ist die biologische Vielfalt erst einmal verloren, lässt sie sich nicht wiederherstellen.
    Damit geht die Grundlage für menschliches Wohlergehen, unsere Lebensversicherung verloren. So hängt die Produktion von Nahrungsmitteln, der Schutz vor Naturgefahren und vieles mehr entscheidend von stabilen, artenreichen Lebensgemeinschaften ab. Chancen und Möglichkeiten, den Negativtrend umzukehren, um dieses wertvolle Gut zu schützen und nachhaltig zu nutzen, gibt es vor allem bei der künftigen Gestaltung unserer Landnutzung. Aber auch jede und jeder Einzelne kann bei der Sicherung unserer Lebensgrundlagen und einer nachhaltigen regionalen Entwicklung mithelfen.
     
  • 15:55 bis 16:30 Uhr
    Wo die Natur in Linz zuhause ist – Biodiversitätshotspots und ihre Erhaltung in der Landeshauptstadt
    Mag.a Gudrun Fuß, Naturkundliche Station der Stadt Linz
    Linz beheimatet trotz seiner zum Teil sehr dichten Verbauung und der großen Industrieanlagen eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Einige Arten wie die Wechselkröte sind sogar auf regelmäßige Störungen in ihrem Lebensraum angewiesen und daher fast ausschließlich im Industriegebiet zu finden. Der Großteil der Linzer Stadtnatur ist jedoch im ausgedehnten Grüngürtel, in den Stadtwäldern und im Europaschutzgebiet Traun-Donau-Auen zuhause. Hier lassen sich noch seltene Vogelarten wie der Eisvogel oder der Drosselrohrsänger beobachten. Doch auch diese Naturoasen geraten zunehmend unter Druck und der rapide Artenschwund macht sich hier ebenso bemerkbar. Um dem entgegen zu wirken, müssen diese Grünräume erhalten und mit gezielten Maßnahmen gefördert werden. Naturschutz ist Bodenschutz ist Klimaschutz!
     
  • 16:30 bis 16:40 Uhr
    Fragen und Diskussion zu den Vorträgen „Biodiversität in Österreich“ und „Wo die Natur in Linz zuhause ist“
     
  • 16.40 bis 16:55 Uhr
    Pause
     
  • 16:55 bis 17:30 Uhr
    Die neue österreichische Biodiversitäts-Strategie und ihre Umsetzung
    DIin Gabriele Obermayr, Bundesministerium für Klimaschutz und Umwelt
    Gesunder Boden ist eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt der Biodiversität. Österreich hat sich als Vertragspartei des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt dazu verpflichtet die Biodiversität zu schützen und ihre verschiedenen Komponenten nachhaltig zu nutzen. Die konkreten Ziele und Maßnahmen dafür sollen in einer nationalen Biodiversitäts-Strategie festgelegt werden. Zur Unterstützung der Umsetzung der neuen Strategie wird ein Biodiversitätsfonds eingerichtet.
     
  • 17:30 bis 18:05 Uhr
    Stadtklima und Boden
    Mag. Johannes Horak, Stadtklimatologe im Umweltmanagement der Stadt Linz
    Die Auswirkungen der menschengemachten Klimaveränderung sind auch in Linz deutlich erkennbar – höhere Durchschnittstemperaturen, mehr Hitzetage und Tropennächte, sowie längere und häufiger auftretende Hitzewellen. Dabei stehen Wetter und Klima in einem Wechselspiel mit dem Boden und beeinflussen sich gegenseitig. Ein wärmeres Klima trägt zum Beispiel zum Auftauen von Permafrostböden bei, im Zuge dessen Treibhausgase freigesetzt werden. Diese befeuern den Klimawandel, welcher in weiterer Folge durch eine Zunahme von Starkregenereignissen zu verstärkter Bodenerosion führen kann. Auch kann die Art und Beschaffenheit des Bodens die Folgen des Klimawandels lindern. Andererseits sind aber auch Verstärkungen möglich, zum Beispiel durch eine übermäßige Versiegelung von Flächen. Der Vortrag bietet einen Überblick über die verschiedenen Aspekte dieses Zusammenspiels.
     
  • 18:05 bis 18:20 Uhr
    Fragen und Diskussion zu den Vorträgen „Die neue österreichische Biodiversitäts-Strategie und ihre Umsetzung“ und „Stadtklima und Boden“
     
  • 18:20 bis 19 Uhr
    Ausklang im Foyer – Eröffnung der Ausstellung Stadtklimaanalyse

Die Rechte und die Verantwortung für die Inhalte der Präsentationen liegen bei den jeweiligen Vortragenden.

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Frag ELLI! – Chatbot der Stadt Linz

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