FRAU.MACHT.FILM 2019

FrauenFilmtage 2019 | 13. – 15. November 2019 | Moviemento

"Eine Gesellschaft, die kein Interesse hat an den Geschichten, die ihre Frauen zu erzählen haben, verarmt, und ihr Bild von sich selbst ist verzerrt", sagte die deutsche Regisseurin Jutta Brückner einmal. Frauen und ihre Erzählungen in der männerdominierten Filmbranche sichtbar machen, das will die Kooperation des Frauenbüros der Stadt Linz und des Moviemento. Denn Filme spiegeln nicht nur die Gesellschaft wider, in der sie entstehen, sie schaffen mit ihren Bildern auch einen veränderten Blick auf unsere Welt – genau wie die ausgewählten Filme des diesjährigen Programmes. Wir wünschen dabei – und bei der neuen Betrachtung der Welt – viel Vergnügen!

"Die ausgewählten Filme eröffnen verschiedene Perspektiven auf das Leben von Frauen. Ich wünsche allen BesucherInnen interessante und spannende Frauen-Film-Tage."
Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger

Freikarten – "Warum sollen gerade Sie die Freikarten gewinnen?"
Für jeden Tag der Frauen-Filmreihe gibt es 2 x 2 Freikarten zu gewinnen. Gesucht werden die originellsten Antworten auf die Frage "Warum soll gerade ich die Freikarten gewinnen?". Ihre kreativen Antworten senden Sie bitte bis 10. November 2019 an frauenbuero@mag.linz.at.

Programm

Mittwoch, 13.11.2019, 17 Uhr - Podiumsdiskussion

"Frauenfilm: Was soll das sein?"

Gibt es das, den "Frauenfilm"? Welche Filme von und über Frauen haben uns geprägt? Was ändert sich, wenn man mehr davon ansieht? Was waren "guilty pleasures" und warum? Was Erweckerlebnisse? Oder gar beides? Wie wurde und wird mit Filmen von Frauen umgegangen? Was sind Lücken im gängigen Filmkanon - und wer definiert diesen überhaupt?

MIT

  • Christa Auderlitzky (Gründerin und Geschäftsführerin filmdelights Worl Sales & Verleih)
  • Beatrice Behn (Kulturjournalistin, Filmwissenschaftlerin, Filmkritikerin, Filmemacherin)
  • Djamila Grandits (Kuratorin, Teil von CineCollective)
  • Leni Gruber (Autorin, Regisseurin, Studentin Filmakademie Wien)

MODERATION
Julia Pühringer (Journalistin und Filmkritikerin)

Logo Frau Macht Film

Mittwoch, 13.11.2019, 18 Uhr - THE FAREWELL

US 2019, 98 min, Original mit Untertitel

Billi (Awkwafina, Crazy Rich) wurde in China geboren, ist aber in New York City aufgewachsen. Wegen einer Hochzeit reist sie zurück in die alte Heimat, das Fest ist jedoch nur Tarnung: Die Familie will sich von
Billis Großmutter (Shuzhen Zhao) verabschieden, sie hat Brustkrebs und nur mehr wenige Monate zu leben. Die Familie verschweigt das der alten Dame jedoch geflissentlich, was den Parcours der Gefühle
für Billi schwer navigierbar macht. »Nach einer wahren Lüge«, wie es im Film so hübsch ausgewiesen wird.

Regie: Lulu Wang
Geboren in Peking, aufgewachsen in Miami. Studierte Literatur und Musik, bevor sie Filmemacherin und Drehbuchautorin wurde. Bekannt wurde sie mit ihrem ersten Langfilm, der Kunstwelt-Persiflage Post humous. The Farewell beruht auf eigenen Erfahrungen.

Frau beim Telefonieren - Szenenfoto aus dem Film Ciao Chérie - Fotorechte liegen beim Filmverleih

Mittwoch, 13.11.2019, 20.15 Uhr - PAUSE

GR/CY 2018, 96 min, Original mit Untertitel

Elpida reicht’s. Kein Wunder: Ihr Mann Costas ist ein schweigsamer, brutaler Macho, alles im Haushalt hat sich seinen Wünschen unterzuordnen. Doch seit Elpida im Wechsel ist, wird sie von heftigen Fantasien heimgesucht – sie handeln von Rache und dem attraktiven neuen Nachbarn. Häusliches Drama mit Horror-Elementen, oder doch die Komödie des untergehenden Patriarchats? Regisseurin Tonia Mishiali ist für alles offen …

Regie: Tonia Mishiali
Die gebürtige Zypriotin studierte in Oxford Hotellerie, bevor sie erkannte, dass sie Filmemacherin werden wollte. Sie arbeitet als Fotografin, Regisseurin und Produzentin und gründete die Firma Zipcode. Pause lief auf zahlreichen Festivals und gewann u.a. den FIPRRESCI-Preis in Thessaloniki. Mishiali arbeitet derzeit an einer Serie.

Frau auf Pferd - Szenenfoto aus dem Film Marlina - Fotorechte liegen beim Filmverleih

Donnerstag, 14.11.2019, 18 Uhr - HONEYLAND

MK 2019, 90 min, Original mit Untertitel

Bilder von immenser Wucht, Klarheit, rauer und wilder Schönheit, mittendrin: Hatidze Muratova, sie sammelt den Honig der wilden Bienen Mazedoniens in den Bergen mit Blick über den Karst, oft in völliger Einsamkeit. Dazwischen pflegt sie ihre alte Mutter. Ein bestechender Film über das Land und die Arbeit, über Furchen im Gesicht und das Strahlen ebendort, über das Land, wo der Mond scheint und die Hunde heulen und die Katzen wissend schauen.

Regie: Tamara Kotevska und Ljubo Stefanov
Tamara Kotevska, geboren 1993 in Mazedonien, Filmstudium in Skopje, erste Preise für ihren Abschlussfilm Studants , weitere für Lake of Apples. Ljubo Stefanov (geb. 1975) dreht seit 20 Jahren Filme zum Thema Umwelt. Gemeinsam haben sie drei Jahre an Honeyland gearbeitet.

lachende Frau auf Sofa - Szenenfoto aus dem Film 'Er  Sie Ich'- Fotorechte liegen beim Filmverleih

Donnerstag, 14.11.2019, 20.15 Uhr - GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA

MK 2019, 100 min, Original mit Untertitel

Historikerin Petrunya (fantastisch: Zorica Nusheva) landet nach einem desaströsen Vorstellungsgespräch mitten in einem kalten Fluss und erschwimmt sich beim traditionellen Wettschwimmen das gesegnete Kreuz – als Frau! Ein Skandal. Kurz später steht der Priester zwischen einem wütenden Mob und einer Frau, die beschließt, ab sofort keinen Meter mehr zurückzuweichen (auch wenn sie das auf einer Polizeistation tut). Ein Sittenbild.

Regie: Teona Strugar Mitevska
Geboren 1974 in Skopje, Drehbuchautorin und Regisseurin, begann jung als Schauspielerin, studierte Film an der Tisch School of the Arts in New York. Preise für die ersten Filme Veta und How I killed a Saint. Gott existiert, ihr Name ist Petrunya wurde bei der Berlinale ausgezeichnet. Lebt und arbeitet in Skopje und Brüssel.

Mädchen mit Waffe - Szenenfoto aus dem Film 'Ava'- Fotorechte liegen beim Filmverleih

Freitag, 15.11.2019, 16 Uhr - EIN LEICHTES MÄDCHEN

FR 2019, 92 min, Original mit Untertitel

Schülerin Naima (Mina Farid) ist 16 Jahre alt, lebt in Cannes, hat Ferien, geht in die Clubs, trifft ihre FreundInnen. Als ihre ein wenig ältere Cousine Sofia (Zahia Dehar) bei ihr auf Besuch ist, lernt Naima die Welt der VIP-Bereiche und Jachten kennen, in der Sofia gern gesehener Gast ist … Rebecca Zlotowskis feministische Neuinterpretation einer Phantasiefigur ist mit großer Leichtigkeit und viel Humor hochpolitisch.

Regie: Rebecca Zlotowski
Geboren 1980 in Frankreich, begann als Drehbuchautorin von Kurzfilmen, ihre ersten beiden Langfilme Belle Épine und Grand Central (beide mit Léa Seydoux) liefen bereits beim Festival in Cannes. Mitbegründerin der Bewegung »50/50 by 2020«, die für Geschlechtergerechtigkeit im Filmbusiness kämpft. Drehte die Serie »Les sauvages«.

Freitag, 15.11.2019, 18 Uhr – FRAUENARZT DR. SCHÄFER

DE 1928, 86 min, Stummfilm mit Live-Musikbegleitung von Elaine Loebenstein

Prof. Hausen lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab. Sein junger Kollege Dr. Schäfer tritt für eine Änderung der restriktiven Abtreibungsgesetzgebung ein, er sieht die Lebenswirklichkeit von Frauen. Drama über ein (leider) immer noch brandaktuelles Thema.

Regie: Louise Kolm-Fleck
Geboren 1873 in Wien, gestorben 1950 ebenda. Sie gründete und leitete 1910 mit ihrem Mann die »Erste österreichische Kinofilms-Industrie« und war die erste Filmemacherin nach der Französin Alice Guy-Blaché.

In Kooperation mit gfk – Gesellschaft für Kulturpolitik..

Frau

Freitag, 15.11.2019, 20.15 Uhr - PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN

FR 2019, 120 min, Original mit Untertitel

Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Malerin Marianne im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse anfertigen, die bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter arrangierte Ehe zu protestieren. Eine unglaublich feine Liebesgeschichte und zugleich ein kraftvolles, modernes Statement über die Situation der Frau über die Jahrhunderte hinweg.

Regie: Céline Sciamma
Geboren 1978 in Frankreich, Drehbuchautorin und Regisseurin. Studierte Literatur, später Drehbuch. Bereits ihr erster Film, Water Lilies, wurde in Cannes gezeigt, ihr zweiter Film Tomboy wurde bei der Berlinale zum Geheimtipp. PorTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN erhielt 2019 in Cannes den Preis für das beste Drehbuch.

Frau im Bett - Szenenfoto aus dem Film 'Bonjour Paris' - Fotorechte liegen beim Filmverleih
Frag ELLI!
Frag ELLI! – Chatbot der Stadt Linz

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