Edith  Wilensky

Edith Wilensky

geboren: 24.3.1905
verstorben 1976

Edith Dorothea Wilensky wurde am 24. März 1905 in Linz geboren. Ihr Vater war ein bekannter Opernsänger, der lange Jahre auch am Linzer Landestheater wirkte. Ihre Mutter Anna Wilensky war als Journalistin für das „Tagblatt“ in der Kultur- und Theaterberichterstattung tätig. Wilensky besuchte in Linz die Volksschule und das Mädchenlyzeum. Im Anschluss daran erhielt sie eine fundierte Ballettausbildung. Als Tochter einer jüdischen Familie war Edith Wilensky zudem in der Linzer Kultusgemeinde aktiv. Früh machte sich Wilensky in Linz mit einem eigenen Tanzensemble selbstständig. Am Bruckner-Konservatorium, dem Vorläufer der heutigen Anton-Bruckner-Universität, war Wilensky zeitweise als Repetitorin für Geige und Gesang tätig.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich war Edith Wilensky – wie fast alle Linzer Jüdinnen und Juden – Einschränkungen und Verfolgungen ausgesetzt. Ihre Tanzschule musste sie schließen, gemeinsam mit der Mutter verkaufte sie ab Oktober 1938 ihren Besitz. Vermutlich im Februar 1939 mussten sie und ihre Mutter in eine der Sammelwohnungen in Wien übersiedeln. Von Wien aus gelang beiden Frauen im Sommer desselben Jahres die Ausreise nach Großbritannien, wo sie sich mit verschiedenen Arbeiten als Hauswirtschafterinnen oder Köchinnen ihren Lebensunterhalt verdienten. Erst in den folgenden Jahren gelang es Edith Wilensky wieder eine Tanzschule zu eröffnen, wobei sie wie in Linz zusätzlich musikalischen Unterricht anbot. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestand zwischen ihr und Bekannten aus Linz zwar wieder Kontakt, auf Grund der Erfahrungen der Vertreibung wollte sie allerdings nicht mehr nach Österreich zurückkehren. Sie starb 1976.

Edith Wilensky war in ihrer Zeit prägend für die Linzer Tanzkultur. In ihrer Tanzschule unterrichtete sie neben modernem Tanz ebenso Gesellschafts- und Volkstänze. Durch die Freundschaft ihrer Mutter zu Hedda Wagner gestaltete Edith Wilensky nicht nur Aufführungen von Wagners Werken mit, sondern es lassen sich auch Kompositionen Wagners für die Auftritte Wilenskys nachweisen.

2014 wurde der Linzer Wilenskyweg nach ihr benannt.

Weiterführende Links:

Linzer Straßennamen - Wilenskyweg

Beitrag Radio FRO – Sendereihe Hörstolpersteine

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