Friederike Spitz

Friederike Spitz

geboren: 11.3.1881
verstorben 19.3.1938

Friederike Spitz, geb. Reis, kam am 11. März 1881 in Steyr zur Welt. Ihr Vater war der jüdische Wein-, Spirituosen-, Essig- und Teegroßhändler Gottfried Reis. Sie heiratete den Linzer Weinhändler Heinrich Spitz und war ab 1903 in der Stadt ansässig. Heinrich Spitz vergrößerte seinen Weinhandel zunehmend, vor allem durch den Aufkauf der Geschäfte des verstorbenen ehemaligen Urfahrer Bürgermeisters Andreas Ferihumer. 1928 wandelte Heinrich Spitz die Firma in eine offene Handelsgesellschaft um.

Nach dessen Tod 1933 wurden Friederike und ihre Söhne deren Gesellschafter. Das Geschäft florierte, bis am 12. März 1938 die Nationalsozialisten in Österreich einmarschierten. Die Brutalität, mit der die neuen Machthaber auftraten, kombiniert mit ihren Aussagen und der rückhaltlosen Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, ließen die Familie Spitz verzweifeln und das Schicksal, das ihr drohte, vielleicht schon erahnen.

Am 19. März 1938 erhängten sich Friederike Spitz und ihre Söhne Alexander und Eduard in ihrer Wohnung in der Hauptstraße 16.

Das Schicksal der Familie Spitz ist beispielhaft sowohl für den Erfolg jüdischer Linzer Unternehmerinnen und Unternehmer, als auch für die schrecklichen Konsequenzen, die der Nationalsozialismus für sie brachte. Ihr Selbstmord löste tiefe Betroffenheit in der jüdischen Gemeinde aus. Für manch andere war er ausschlaggebend für die Entscheidung, Österreich sobald wie möglich zu verlassen. Das Vermögen der Familie wurde konfisziert und zum Vorteil der neuen Machthaber verteilt und veräußert.
 

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