Bienenfreundliche Gemeinde

In Linz summt’s! Blühende Verkehrsinseln, bunte Straßenbegleitung und ein neuer Naturgarten für Bienen.

Die Anzahl ansässiger Wildbienen (alle Bienenarten außer der Honigbiene) verzeichnet einen dramatischen Rückgang: 53 % der 430 Wildbienenarten in Oberösterreich stehen auf der Roten Liste. Auch bei anderen Honigbienen sind in den letzten Jahren generell hohe Verluste zu beobachten. 
Die Ursachen für den Rückgang der Bienen sind vielfältig. Schädlinge, die den Bienen zusetzen, der Rückgang von Lebensräumen für die Insekten und der Einsatz von Pestiziden haben negative Auswirkungen auf die Bienenpopulationen. 

Die Stadt Linz kann dagegen etwas tun. Daher beschloss der Linzer Gemeinderat am 2. Juni 2015, bei der Pflege und Gestaltung von Grünflächen in den Bereichen der Unternehmensgruppe Linz besonderes Augenmerk auf den Bienenschutz zu legen, auf den Einsatz bienenschädlicher Pestizide zu verzichten und bienenfreundliche Pflanzen einzusetzen. Außerdem wurde beschlossen, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, aber auch für private Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer bzw. die Bevölkerung von Linz das Bewusstsein für den Bienenschutz zu erhöhen.

Seit Mitte 2021 ist die Stadt Linz „Bienenfreundliche Gemeinde“. Das Bodenbündnis in Oberösterreich vergibt diese Auszeichnung an besonders engagierte Gemeinden unter dem Motto „Unser Boden für Bienen“. 

So schützt und unterstützt die Stadt Linz Bienen

Straßenbegleitgrün als Nektartankstelle

Bei der Neuanlage von begrünten Randstreifen und Verkehrsinseln wird vor allem im Bereich Linz-Urfahr großer Wert auf die Bepflanzung mit heimischen Wildstauden und deren schonende Bewirtschaftung gelegt. Zweimal im Jahr erfolgt ein Pflegeschnitt mit Abtransport des Mähgutes, der, wenn es die Größe der Fläche zulässt, in mehreren Etappen durchgeführt wird.

Diese Maßnahme erhöht und verlängert das Angebot an Nektar und Pollen für blütenbesuchende Insekten und erhält zudem Versteckmöglichkeiten. Diese Flächen stellen Rastplätze und Futter für Tiere zur Verfügung und spielen in der Vernetzung der Stadtnatur eine besondere Rolle.

Traditionelle Bewirtschaftung von stadteigenen Obstwiesen

Bereits 2013 wurde am Kampmüllerweg auf etwa 11.000 ein Obstgarten angelegt, der in drei Teilbereiche gegliedert ist. Den größten Teil nimmt eine klassische Obstwiese mit Halb- und Hochstammbäumen ein, an die eine Obststräucherhecke und eine Wildobstfläche anschließt. 

Damit die Artenvielfalt der Wiese erhalten bleibt oder sogar noch gesteigert werden kann, wird sie nur zweimal im Jahr gemäht, wobei das Mähgut dann noch einige Tage auf der Fläche bleibt und anschließend abtransportiert wird. Das garantiert, dass die Wiesenpflanzen aussamen können und nicht zu viele Nährstoffe in den Boden gelangen. So können viele verschiedene krautige Pflanzen auf der Wiese gedeihen und halten Nahrung für eine große Anzahl an Insekten vor allem Wildbienen bereit.

Anlage eines Naturgartens im Botanischen Garten

Der Naturgartenteil im Botanischen Garten wurde neu angelegt und umgestaltet. Er beherbergt nun verschiedene Naturgartenelemente wie Blumenwiese, Hecke und einen trockenen Magerstandort. Hier wird gezeigt, welche Strukturen man auf kleinem Raum schaffen kann, um Gärten für die unterschiedlichsten Tierarten, insbesondere jedoch für Wildbienen attraktiv zu gestalten.

Künstliche Wildbienennisthilfen für Hohlraumbrüter und geeignete offene Bodenflächen für Bodenbrüter zeigen, wie man Wildbienen bei der Nistplatzsuche unterstützen kann. Zur Bepflanzung des Naturgartens wurden und werden ausschließlich heimische Gehölze und krautige Pflanzen verwendet, die auch zahlreichen anderen Tierarten als Nahrung, Nistplatz, Versteckmöglichkeit oder Jagdrevier dienen.