Klimawandelanpassungskonzept

Warum anpassen?

Die Zunahme von Hitzetagen und Tropennächten und das vermehrte Auftreten von immer länger andauernden Hitzewellen stellt insbesondere Städte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner vor große Herausforderungen. Es bedarf daher entsprechender Maßnahmen, um einem Verlust der Lebensqualität in Städten – und damit auch Linz – entgegenzutreten. Hitze-Inseln, die Gewährleistung einer guten Durchlüftung der Stadt, Starkregenereignisse, Gesundheit und der thermische Komfort im Sommer müssen daher durch enge Zusammenarbeit vieler Bereiche der Stadt, wie Stadtplanung, Verwaltung, Daseinsvorsorge und in Form von Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern in Zukunft viel stärker berücksichtigt werden.

Was beinhaltet ein Anpassungskonzept?

Ein Klimawandelanpassungskonzept beinhaltet Vorschläge für Maßnahmen, mit denen auf die Folgen der Klimaveränderung zum Schutz von Mensch und Umwelt reagiert werden kann. Es nimmt also zur Kenntnis, dass nicht mehr alle Folgen der Klimaveränderung verhindert werden können und dass es notwendig ist, sich auf die erwarteten Veränderungen vorzubereiten. Anpassungsmaßnahmen dienen der Bewältigung der Folgen eines sich wandelnden Klimas. Das Konzept zielt darauf ab, die Risiken gegenwärtiger und künftiger negativer Auswirkungen möglichst kosteneffizient zu verringern oder – so sie sich ergeben – potenzielle Vorteile zu nutzen.
In dem Klimawandelanpassungskonzept sollen allgemeinverständliche Ziele, Maßnahmen- und Handlungsempfehlungen für Linz formuliert werden. Der Hauptanspruch der Konzept- und Strategieentwicklung besteht dabei darin, eine langfristige strategische Ausrichtung der städtischen Entwicklung in den jeweiligen Handlungsfeldern zu ermöglichen.

Aufbau des Klimawandelanpassungskonzeptes

Folgen der Klimaveränderung (Klimafolgen) führen in unterschiedlichen städtischen Handlungsfeldern zu Auswirkungen. Eine Zunahme von Hitzeextrema führt im Handlungsfeld „Bauen und Wohnen“ zu der Auswirkung „Ungünstiges Gebäudeklima“. Handlungsempfehlungen sind nun allgemein formuliert, um die beschriebene Auswirkung zu lindern. Für das zuvor gegebene Beispiel wäre eine passende Handlungsempfehlung „Begrünungsmaßnahmen an ausgewählten Gebäuden durchführen und auswerten“. Durch Aktionspläne können schließlich gezielt – priorisiert auf Basis von Verwundbarkeitsanalysen und relevanten Kriterien der österreichischen Anpassungsstrategie – auf lokaler Ebene konkrete Maßnahmen oder Aktionen gesetzt werden, wie zum Beispiel die Fassadenbegrünung am Neuen Rathaus.

Anpassungsmaßnahmen dürfen weiters keine sozialen Nachteile mit sich bringen oder gesellschaftliche Gruppen benachteiligen, sondern sollen Risiken für Demokratie, Gesundheit und Sicherheit minimieren. Sie sollen wirtschaftlich nachteilige Auswirkungen vermeiden und wenn möglich sich ergebende Chancen nutzen.

Grenzen der Anpassung

Dennoch sind der Anpassung an die Klimaveränderung Grenzen gesetzt. Schreitet diese nämlich ungebremst fort, ist eine Linderung der Auswirkungen kaum mehr möglich. Klimaschutz ist aus diesem Grund ebenfalls ein unerlässliches Instrument. Maßnahmen, die der Klimaanpassung dienen, dürfen nicht im Widerspruch dazu stehen. Klimaschutz – im Unterschied zur Klimawandelanpassung – hat das Ziel, die durch Menschen verursachte Emission von Treibhausgasen letztlich auf Netto-Null zu reduzieren, um die dadurch bedingte Klimaveränderung zu stoppen. 

Siehe dazu: Der Beitrag im Stadtklimablog zum Thema „Klimakatastrophe bewältigen: Schutz oder Anpassung?