Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise für Kunst- und Kulturschaffende sowie für Kulturvereine

Die Kulturszene befindet sich aufgrund der Covid-19-Pandemie in einer besonderen Situation. Von einem Tag auf den anderen kam es zur Absage aller Kulturveranstaltungen. Die Kulturhäuser der Stadt, des Landes und des Bundes waren davon ebenso betroffen wie jene der Freien Kunst- und Kulturszene. Besonders unter Druck geraten sind all jene Kunst- und Kulturschaffende, die freiberuflich tätig sind und Covid-19-bedingt bis auf Weiteres ihre Arbeits-, Ausstellungs- und Auftrittsmöglichkeiten und damit ihr Einkommen verloren haben.

Daher hat sich die Linzer Stadtregierung rasch entschlossen, durch eine Reihe von Maßnahmen den Kunst- und Kulturschaffenden sowie den Kulturvereinen helfend beizustehen, insbesondere durch:

  • Investitionsförderung für die Freie Szene
  • Vorübergehendes Abweichen von den Förderrichtlinien der Stadt Linz
  • Anhebung der Ateliermietbeihilfen für Bildende KünstlerInnen
  • Projektbezogenes Arbeitsstipendium

Mit der im Dezember 2019 beschlossenen Erhöhung des Kulturförderbudgets der Stadt Linz um 13 Prozent hat sich ab 2020 der Handlungsspielraum für das freie Kunst- und Kulturschaffen erweitert. Dieser Weg wird auch 2021 fortgesetzt. Im Bereich der Kunst- und Kulturförderung bleibt die Erhöhung des Förderbudgets. Zusätzlich werden heuer im Rahmen des städtischen Konjunkturpakets „Pakt für Linz“ 1 Million Euro für Kulturinvestitionen der Freien Szene bereitgestellt.

Die Investitionserfordernisse für die Freie Szene wurden in Zusammenwirken mit dem Linzer Stadtkulturbeirat und der Kulturplattform OÖ erhoben. Sie reichen von Gebäudesanierungen bis zur Erneuerung überalterter Bühnentechnik und Investitionen in neue Quartiere. Teil des kulturellen Konjunkturprogramms sind auch Maßnahmen wie Kunstankäufe, die heimische KünstlerInnen unterstützen, Ateliermietbeihilfen sowie der Ausbau der kulturellen Sonderförderprogramme. Die Gelder für die Freie Szene sind Teil eines Investitionspakets für die Kultur von insgesamt 5 Millionen Euro im Rahmen des mit 65 Millionen Euro dotierten städtischen Konjunkturprogramms „Pakt für Linz“.

Kulturvereine und -initiativen, die in einem Gebäudeobjekt per Mietvertrag (Mindestlaufzeit 3 Jahre) oder im Eigentum situiert sind und dort ihre Vereinsaktivitäten ausüben und/oder ihren Vereinssitz haben, können ab sofort beim Geschäftsbereich Kultur und Bildung Anträge auf Investitionsförderung stellen. Gefördert werden infrastrukturelle Maßnahmen wie Bodensanierungen, Möbelausstattung, Bühnen- und Tontechnik, Beleuchtung, EDV-Ausstattung etc.

Die Förderanträge müssen per Förderformular und unter Beilegung eines Kostenplans (Ausgaben – Einnahmen inkl. Eigenmittel und sonstige Förderungen) eingereicht werden. Der Antrag muss auch eine inhaltliche Begründung des Investitionsvorhabens, die dem Vereinszweck entspricht, umfassen. Um eine Bearbeitung vor dem Sommer garantieren zu können, wird eine Einreichung bis spätestens Ende April 2021 empfohlen.

Die Vergabe erfolgt nach fachlicher Beurteilung und nach Maßgabe des Vorhandenseins budgetärer Mittel.

Einreichstelle:

Magistrat Linz / Büro Linz Kultur Förderungen
Pfarrgasse 7
4041 Linz
E-Mail: lkf.kb@mag.linz.at

In der Stadtsenatssitzung vom 2.4. wurde beschlossen, die Allgemeinen Förderbedingungen zu adaptieren, um sicherzustellen, dass Kultur-, Sozial- und Sportvereine sowie andere FörderempfängerInnen, die Covid-19-bedingt ihre Aktivitäten nicht bzw. nicht zur Gänze umsetzen können, weitgehend aber Vorbereitungsarbeiten dafür geleistet haben, die Förderungen nicht zurückbezahlen müssen.

Grundsätzliches

Abweichend von den Allgemeinen und Speziellen Förderungsrichtlinien der Stadt Linz können Förderungen für das Jahr 2020 auch dann und ohne Rückzahlungsverpflichtung gewährt werden, wenn der bzw. die FörderwerberIn glaubhaft macht, dass der Förderzweck oder das förderwürdige Vorhaben wegen der Covid-19-Pandemie nicht bzw. nicht zur Gänze erfüllt werden konnte. Förderbar sind in diesem Fall die Kosten, welche zur Verwirklichung des förderwürdigen Vorhabens bzw. des Förderzweckes aufgewendet wurden und nicht durch kostendämpfende Maßnahmen vermieden werden konnten. Diese Abweichung gilt auch hinsichtlich bereits genehmigter Förderungen für das Jahr 2020.

Jahresförderungen

Bei Jahresförderungen und Drei-Jahresförderungen sind Dokumentationen zu erstellen, um nachweisen zu können, welche Programmteile und Vorhaben des eingereichten Jahresprogramms Covid-19-bedingt nicht verwirklicht werden konnten. Diese sind im Rahmen der Jahresabrechnung 2020 der Abt. Linz Kultur Förderungen vorzulegen.

Projektförderungen

Im Falle von kurzfristig notwendig gewordenen Covid-19-bedingten Absagen von geförderten Projekten ist die Abt. Linz Kultur Förderungen ehestmöglich schriftlich darüber in Kenntnis zu setzen. Zudem sind auch hier alle diesbezüglichen Dokumentationen und Nachweise im Rahmen der Abrechnung des geförderten Vorhabens vorzulegen.

Erst nach Prüfung der Abrechnungsunterlagen und Feststellung der Plausibilität kann eine endgültige Auskunft über die Anerkennung der Förderbelege erteilt werden.

Bei neuen Förderanträgen ist zu bedenken, ob die geplanten Veranstaltungen stattfinden können und gegebenenfalls eine terminliche Adaptierung vorgenommen werden kann.

Das bereits existierende Förderprogramm der Ateliermietbeihilfen für Bildende KünstlerInnen wurde ausgebaut. Bildende KünstlerInnen, die einen Covid-19-bedingten Einnahmenausfall plausibel machen konnten, konnten bis 31. 5. 2020 um eine erhöhte Ateliermietbeihilfe bei der Abteilung Linz Kultur Förderungen ansuchen.

Die Vergabe erfolgte nach fachlicher Beurteilung und nach Maßgabe der budgetären Mittel.

Freischaffende KünstlerInnen aus den Bereichen Musik, Literatur und Kulturpublizistik mit Arbeits- bzw. Lebensmittelpunkt Linz hatten bis 31.5.2020 die Möglichkeit, sich für ein projektbezogenes Arbeitsstipendium aufgrund von Covid-19 zu bewerben.

Das Stipendium wurde projekt- und personenbezogen vergeben, d.h. es konnten nicht mehrere Personen ein Projekt einreichen bzw. eine Person nicht mehrere Projekte.

Für die Arbeitsstipendien muss ein Verwendungnachweis erbracht werden.

Verwendungsnachweis:

Als Nachweis für die Verwendung des projektbezogenen Arbeitsstipendiums werden folgende Unterlagen akzeptiert:

  • Kurzer Projektbericht im Umfang von max. einer A4-Seite
  • Nachweis eines entstandenen künstlerischen Werks/Produkts, das aus einem Schaffensprozess hervorging: druckfähiges literarisches Manuskript (8-10 Seiten), Partitur, Notenmaterial, ggf. Mitschnitt (div. Datenträger), Pressedokumentation (wenn ein Werk zur Aufführung/Publikation/Ausstellung gelangt) etc.
  • Aufschlüsselung des mit der Erstellung des Werks/Produkts verbundenen Zeitaufwands inkl. Recherche und Vorarbeiten
  • Originalrechnungen soweit möglich von: Fahrtkosten, Eintritten, Mietkosten (Atelier), Ankauf von Fachliteratur (auch Notenmaterial), Software (z.B. spezielle Programme für Tonstudio, Kompositionssoftware, Schreibprogramme zur Erstellung von Partituren) etc.

Die Vergabe erfolgte nach fachlicher Beurteilung und nach Maßgabe der budgetären Mittel.

Alle Einreichfristen für die bereits ausgeschriebenen kulturellen Sonderförderprogramme blieben bzw. bleiben unverändert.

  • LINZimPULS: 16.4.2020
  • LinzEXPOrt: 14.5.2020
  • LinzIMpORT: 14.5.2020
  • LINZ_sounds: 14.5.2020
  • LinzKultur/4: 1.10.2020

Die Jurierung der eingereichten Bewerbungen ist garantiert.

Sonderförderprogramme

Die Künstler-Sozialversicherung sowie diverse Verwertungsgesellschaften haben ihre bestehenden Unterstützungsfonds Covid-19-bedingt aufgestockt.

Veranstaltungen:

  • Anzeigepflicht ab 101 Personen 
  • Bewilligungspflicht ab 501 Personen
  • keine Höchstgrenzen und Kapazitätsbeschränkungen
  • 3G-Regelung/Zutrittstests ab 26 TeilnehmerInnen
  • Präventionskonzept und COVID-19-Beauftragte/n ab 101 TeilnehmerInnen
  • Registrierungspflicht 
  • Regeln für VA-Gastronomie sind analog zur Gastronomie 
  • Kleinveranstaltungen unter 100 Personen haben indoor an öffentlichen Orten grundsätzlich Maskenpflicht, diese entfällt aber dann, wenn ein Präventionskonzept erstellt wird und 3G-Kontrolle und Registrierung erfolgt

Gastronomie:

  • 3G-Regelung/Zutrittstests 
  • Registrierungspflicht indoor und outdoor
  • Jeder Gastronomiebetrieb muss ein Präventionskonzept erstellen und eine/n COVID-19-Beauftragte/n ernennen. 
  • Für MitarbeiterInnen mit KundInnenkontakt gilt eine Masken-Pflicht – es sei denn, sie können einen 3G-Nachweis vorweisen

Nachtgastronomie: 

  • Ab 22. Juli ist der Zugang zur Nachtgastronomie nur mehr für geimpfte Personen (Fristen wie bisher) sowie Personen mit aktuellem negativem PCR-Testergebnis (maximal 72 Stunden ab Probenahme gültig) möglich.

Gelegenheitsmärkte: 

  • Verkaufsveranstaltungen, zu denen saisonal oder nicht regelmäßig an einem bestimmten Platz Erzeuger, Händler, Betreiber von Gastgewerben oder Schaustellerbetrieben zusammenkommen, um Waren, Speisen oder Getränke zu verkaufen oder Dienstleistungen anzubieten.
  • finden in größeren Abständen als einmal monatlich und nicht länger als zehn Wochen statt
  • Anzeigepflicht ab 101 Personen 
  • Bewilligungspflicht ab 501 Personen
  • keine Höchstgrenzen und Kapazitätsbeschränkungen
  • 3G-Regelung/Zutrittstests ab 101 TeilnehmerInnen –
  • Präventionskonzept und COVID-19-Beauftragte/n ab 101 TeilnehmerInnen
  • Registrierungspflicht 
  • Handelt es sich um einen Gelegenheitsmarkt, an dem lediglich Waren, Speisen oder Getränke zum Verkauf angeboten werden, muss keine 3G-Kontrolle erfolgen und auch die Registrierungspflicht entfällt. Kunden haben jedoch in geschlossenen Räumen eine Maske zu tragen.

Kongresse und Messen: 

  • Anzeigepflicht ab 101 Personen 
  • Bewilligungspflicht ab 501 Personen
  • keine Höchstgrenzen und Kapazitätsbeschränkungen
  • 3G-Regelung/Zutrittstests ab 26 TeilnehmerInnen
  • Präventionskonzept und COVID-19-Beauftragte/n ab 101 TeilnehmerInnen
  • Registrierungspflicht 
  • Regeln für VA-Gastronomie sind analog zur Gastronomie
     

Sportveranstaltungen:

Sportstätten: 

  • Registrierungspflicht 
  • 3G-Regelung, wobei diese Nachweise bei Betriebsstätten, nicht öffentlichen Sportstätten oder Freizeiteinrichtungen ohne Personal für die Dauer des Aufenthalts lediglich bereitzuhalten sind. Der Betreiber muss diese nicht kontrollieren!

Veranstaltungen mit mehr als 100 TeilnehmerInnen sind der Behörde anzuzeigen. Sie können dafür das Meldeformular, welches Sie für meldepflichtige Veranstaltungen nach dem Oö. VASG kennen oder unser Online-Formular verwenden. Ein Präventionskonzept muss vorliegen und umgesetzt werden. 

Veranstaltungen mit mehr als 500 TeilnehmerInnen sind nach Vorlage des Präventionskonzeptes von der Behörde zu bewilligen

Informationen zum Antrag

Online-Formular für anzeige- und bewilligungspflichtige Veranstaltungen

Als Hilfestellung für die Ausarbeitung eines solchen Präventionskonzeptes, kann das Musterpräventionskonzept des Roten Kreuzes herangezogen werden.

Musterpräventionskonzept 

Dieses Musterpräventionskonzept ist sehr ausführlich aufbereitet. Wir weisen allerdings darauf hin, dass sich die Ausführlichkeit des Präventionskonzeptes entsprechend der Höhe der Besucheranzahl zu bemessen hat. 

Die wichtigsten Eckpunkte, welche jedenfalls im Präventionskonzept enthalten sein müssen, sind: 

  1. VeranstalterIn/Covid-19-Beauftragte/r
    • Nennung des Veranstalters/Veranstalterin (Name + Erreichbarkeit)
    • Nennung eines Ansprechpartners bzw. eines/einer Covid-19-Beauftragten (Name + Erreichbarkeit)
  2. Veranstaltung
    • Veranstaltungsort, Datum
    • Beschreibung der Veranstaltung
    • Anzahl BesucherInnen
    • Veranstaltungsdurchführung
  3. Einlasssituation
    • Wie wird die Kontrolle der erforderlichen Nachweise (Test, Genesung, etc.) durchgeführt (Anstellsysteme, Anzahl Ordner)?
    • Wie erfolgt die Registrierung aller BesucherInnen?
  4. Auslasssituation
    • Dimensionierung der Abstromwege, Organisatorische Maßnahmen zur Entzerrung des BesucherInnenabstroms
  5. Regelung der Besucherströme
  6. Gastronomie:
    • Gibt es einen Gastronomie-Bereich? Wenn ja, was wird angeboten und wie? (Selbstbedienung, Bedienung)
    • Beschreibung der Ausgabe und Konsumationsstellen
  7. Sitzanordnung (Plan)
  8. Vorgehen bei Auftreten von Symptomen und im Verdachtsfall
    • Welcher Raum kann für eine allfällige Absonderung eines Besuchers/einer Besucherin zur Verfügung gestellt werden?
    • Maßnahmen bei Auftreten einer COVID-19-Infektion/ eines COVID-19-Verdachtsfalls
    • Beschreibung der Abläufe und der Kommunikations- und Informationswege
  9. Ordner/Sicherheitspersonal
    • Wie viele?
    • Schulungen (Covid-19-relevenate Fragestellungen, wie erfolgt die Schulung)
  10. Hygienemaßnahmen
    • Beschreibung der allgemeinen (Maske, Händewaschen) und spezifischen (Desinfektion, Abfall, Reinigung) Hygienemaßnahmen
    • Hygienemaßnahmen bei Sanitäranlagen
    • Hygienemittel
    • Hygienepläne (z.B. Reinigungsplan/Intervalle)
  11. Kommunikation und Information
    • Wie werden die BesucherInnen auf Covid-19-relevante Informationen aufmerksam gemacht (Ticket, Aushänge, Sprachdurchsagen, etc…) 

Falls Sie eine Veranstaltung planen, ersuchen wir Sie, diese ehestmöglich anzuzeigen (bitte an: veranstaltungen.bbv@mag.linz.at) und gleichzeitig Ihr Präventionskonzept vorzulegen, wenn Sie eine Veranstaltung mit mehr als 500 Besucherinnen und Besuchern planen.

Wir weisen darauf hin, dass bei zu kurzfristiger Antragstellung eine rechtzeitige Bewilligung und Bescheidausfertigung nicht garantiert werden kann. 

Details zur Veranstaltungsanmeldung

Weitere Informationen finden sie auf der Website des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.  

Coronavirus - Aktuelle Maßnahmen

Veranstaltungs-Checker der Stadt Wien

Tipp: Der Veranstaltungs-Checker der Stadt Wien bietet eine Hilfestellung für Zusammenkünfte nach der Covid-19-Öffnungsverordnung

Er bietet rechtlich unverbindlich und vereinfachend Informationen, ob eine Zusammenkunft erlaubt ist und welche Voraussetzungen die Personen einhalten müssen, die die Zusammenkunft organisieren oder an der Zusammenkunft teilnehmen.

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