Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise für Kunst- und Kulturschaffende sowie für Kulturvereine

Die Kulturszene befindet sich aufgrund der Covid-19-Pandemie in einer besonderen Situation. Von einem Tag auf den anderen kam es zur Absage aller Kulturveranstaltungen bis einschließlich 13. April. Die Verlängerung dieser Maßnahme bis Ende Juni ist beschlossen. Die Kulturhäuser der Stadt, des Landes und des Bundes sind davon ebenso betroffen wie jene der Freien Kunst- und Kulturszene. Besonders unter Druck geraten sind all jene Kunst- und Kulturschaffende, die freiberuflich tätig sind und Covid-19-bedingt bis auf Weiteres ihre Arbeits-, Ausstellungs- und Auftrittsmöglichkeiten und damit ihr Einkommen verloren haben.

Daher hat sich die Linzer Stadtregierung rasch entschlossen, durch eine Reihe von Maßnahmen den Kunst- und Kulturschaffenden sowie den Kulturvereinen helfend beizustehen, insbesondere durch:

  • Vorübergehendes Abweichen von den Förderrichtlinien der Stadt Linz
  • Anhebung der Ateliermietbeihilfen für Bildende KünstlerInnen
  • Projektbezogenes Arbeitsstipendium

In der Stadtsenatssitzung vom 2.4. wurde beschlossen, die Allgemeinen Förderbedingungen zu adaptieren, um sicherzustellen, dass Kultur-, Sozial- und Sportvereine sowie andere FörderempfängerInnen, die Covid-19-bedingt ihre Aktivitäten nicht bzw. nicht zur Gänze umsetzen können, weitgehend aber Vorbereitungsarbeiten dafür geleistet haben, die Förderungen nicht zurückbezahlen müssen.

Grundsätzliches

Abweichend von den Allgemeinen und Speziellen Förderungsrichtlinien der Stadt Linz können Förderungen für das Jahr 2020 auch dann und ohne Rückzahlungsverpflichtung gewährt werden, wenn der bzw. die FörderwerberIn glaubhaft macht, dass der Förderzweck oder das förderwürdige Vorhaben wegen der Covid-19-Pandemie nicht bzw. nicht zur Gänze erfüllt werden konnte. Förderbar sind in diesem Fall die Kosten, welche zur Verwirklichung des förderwürdigen Vorhabens bzw. des Förderzweckes aufgewendet wurden und nicht durch kostendämpfende Maßnahmen vermieden werden konnten. Diese Abweichung gilt auch hinsichtlich bereits genehmigter Förderungen für das Jahr 2020.

Jahresförderungen

Bei Jahresförderungen und Drei-Jahresförderungen sind Dokumentationen zu erstellen, um nachweisen zu können, welche Programmteile und Vorhaben des eingereichten Jahresprogramms Covid-19-bedingt nicht verwirklicht werden konnten. Diese sind im Rahmen der Jahresabrechnung 2020 der Abt. Linz Kultur Förderungen vorzulegen.

Projektförderungen

Im Falle von kurzfristig notwendig gewordenen Covid-19-bedingten Absagen von geförderten Projekten ist die Abt. Linz Kultur Förderungen ehestmöglich schriftlich darüber in Kenntnis zu setzen. Zudem sind auch hier alle diesbezüglichen Dokumentationen und Nachweise im Rahmen der Abrechnung des geförderten Vorhabens vorzulegen.

Erst nach Prüfung der Abrechnungsunterlagen und Feststellung der Plausibilität kann eine endgültige Auskunft über die Anerkennung der Förderbelege erteilt werden.

Bei neuen Förderanträgen ist zu bedenken, ob die geplanten Veranstaltungen stattfinden können und gegebenenfalls eine terminliche Adaptierung vorgenommen werden kann.

Das bereits existierende Förderprogramm der Ateliermietbeihilfen für Bildende KünstlerInnen wurde ausgebaut. Bildende KünstlerInnen, die einen Covid-19-bedingten Einnahmenausfall plausibel machen konnten, konnten bis 31. 5. 2020 um eine erhöhte Ateliermietbeihilfe bei der Abteilung Linz Kultur Förderungen ansuchen.

Die Vergabe erfolgte nach fachlicher Beurteilung und nach Maßgabe der budgetären Mittel.

Freischaffende KünstlerInnen aus den Bereichen Musik, Literatur und Kulturpublizistik mit Arbeits- bzw. Lebensmittelpunkt Linz hatten bis 31.5.2020 die Möglichkeit, sich für ein projektbezogenes Arbeitsstipendium aufgrund von Covid-19 zu bewerben.

Das Stipendium wurde projekt- und personenbezogen vergeben, d.h. es konnten nicht mehrere Personen ein Projekt einreichen bzw. eine Person nicht mehrere Projekte.

Für die Arbeitsstipendien muss ein Verwendungnachweis erbracht werden.

Verwendungsnachweis:

Als Nachweis für die Verwendung des projektbezogenen Arbeitsstipendiums werden folgende Unterlagen akzeptiert:

  • Kurzer Projektbericht im Umfang von max. einer A4-Seite
  • Nachweis eines entstandenen künstlerischen Werks/Produkts, das aus einem Schaffensprozess hervorging: druckfähiges literarisches Manuskript (8-10 Seiten), Partitur, Notenmaterial, ggf. Mitschnitt (div. Datenträger), Pressedokumentation (wenn ein Werk zur Aufführung/Publikation/Ausstellung gelangt) etc.
  • Aufschlüsselung des mit der Erstellung des Werks/Produkts verbundenen Zeitaufwands inkl. Recherche und Vorarbeiten
  • Originalrechnungen soweit möglich von: Fahrtkosten, Eintritten, Mietkosten (Atelier), Ankauf von Fachliteratur (auch Notenmaterial), Software (z.B. spezielle Programme für Tonstudio, Kompositionssoftware, Schreibprogramme zur Erstellung von Partituren) etc.

Die Vergabe erfolgte nach fachlicher Beurteilung und nach Maßgabe der budgetären Mittel.

Alle Einreichfristen für die bereits ausgeschriebenen kulturellen Sonderförderprogramme blieben bzw. bleiben unverändert.

  • LINZimPULS: 16.4.2020
  • LinzEXPOrt: 14.5.2020
  • LinzIMpORT: 14.5.2020
  • LINZ_sounds: 14.5.2020
  • LinzKultur/4: 1.10.2020

Die Jurierung der eingereichten Bewerbungen ist garantiert.

Sonderförderprogramme

Die Künstler-Sozialversicherung sowie diverse Verwertungsgesellschaften haben ihre bestehenden Unterstützungsfonds Covid-19-bedingt aufgestockt.

Der Linzer Solidaritätsfonds umfasst insgesamt eine Million Euro und richtet sich sowohl an selbständige UnternehmerInnen und Gewerbetreibende als auch an ArbeiterInnen, Angestellte sowie arbeitslose Menschen mit Hauptwohnsitz Linz, die durch die Corona-Krise in Notlagen geraten sind. Förderungen können ab sofort auf beantragt werden

Informationen, Richtlinien und Anträge zum Linzer Solidaritätsfonds

In Anbetracht der derzeitigen Situation mit Covid-19, möchten wir Sie über die zu beachtende Rechtslage laut Lockerungsverordnung des Gesundheitsministeriums, BGBl Nr. 197/2020 idF. BGBl Nr. 299/2020 informieren
(Stand: 04.08.2020)

Seit 1. August 2020

  • Veranstaltungen ohne Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen, unabhängig von Veranstaltungsbewilligungen nach Oö. Veranstaltungssicherheitsgesetz (Bewilligung ab 300 Besucher):
    • im geschlossenen Raum bis zu 500 Personen
    • im Freiluftbereich bis zu 750 Personen
  • Veranstaltungen mit Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen:
    • im geschlossenen Raum bis zu 1.000 Personen
    • im Freiluftbereich bis zu 1.250 Personen
  • Veranstaltungen ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze: bis zu 200 Personen
  • Ab 200 Personen: COVID-19 Präventionskonzept und Bestellung eines COVID-19 Beauftragten (kann auch Veranstalter selbst sein).

Ab 1. September 2020

  • Veranstaltungen mit Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen:
    • im geschlossenen Raum bis zu 5.000 Personen
    • im Freiluftbereich bis zu 10.000 Personen  

Notwendige Inhalte eines COVID-19 Präventionskonzepts

  1. Regelung zur Steuerung von Besucherströmen (z.B. Verwendung von Ordnern, die den Besucherfluss im Eingangsbereich steuern)
  2. Spezifische Hygienemaßnahmen (z.B. Aufstellen von Desinfektionsmittel)
  3. Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2 Infektion (wie/wo werden infizierte Personen abgesondert, wenn nötig)
  4. Regelung betreffend der Nutzung sanitärer Einrichtungen (z.B. Kontrolle der Abstände auf den Toiletten)
  5. Regelungen betreffend der Verabreichung von Speisen und Getränken (Gastroregelungen laut der COVID-19 Lockerungsverordnung)

Hinweis:

  • Die Vorlage des Präventionskonzepts ist nur bei bewilligungspflichtigen Veranstaltungen nach der Lockerungsverordnung notwendig,
  • bei Veranstaltung mit über 200 Personen muss dieses zur etwaigen Kontrolle bei der Veranstaltung bereitgehalten werden.

Mustervorlage COVID-19-Präventionskonzept (PDF, 238 kB)

Allgemeine Bestimmungen für alle Veranstaltungen

Gemäß COVID-19-Lockerungsverordnung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, ist bei sämtlichen Veranstaltungen Folgendes zu beachten:

  • 1 Meter Abstand zu Personen, welche nicht im gemeinsamen Haushalt leben; bei zugewiesenen Sitzplätzen ist Personen, welche einer Besuchergruppe angehören, das Unterschreiten des 1 Meter Abstand gestattet
  • Maskenpflicht in geschlossenen Räumen (ausgenommen am zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplatz bzw. bei der Einnahme von Essen und Getränken)

Hinweise

  • Veranstalter und Personen die zur Durchführung der Veranstaltung erforderlich sind, sind nicht in die beschränkte Personenanzahl der Veranstaltung einzurechnen (ausgenommen Individualsportarten wie z.B. Laufen und Radfahren). 
  • Ausnahmeregelung für geschlossene Gesellschaften (z.B. Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Firmenfeiern): keine Sperrstundenregelung, wenn 3 Tage vor Beginn der Veranstaltung dem Betreiber der Betriebsstätte (z.B. Restaurantbetreiber, Veranstaltungsstättenbetreiber) sämtliche Teilnehmer der Veranstaltung bekannt gegeben werden (Gästeliste).
    Welche Feiern fallen unter den Begriff der geschlossenen Gesellschaft im Sinne der Lockerungsverordnung? Jede Veranstaltung bei der die Teilnehmer „innerlich verbunden“ sind und an der nicht jeder unter den gleichen Voraussetzungen teilnehmen kann, stellt eine geschlossene Gesellschaft dar. 
    Wichtig: Es ist sicherzustellen, dass sich nur Teilnehmer der geschlossenen Gesellschaft nach 01:00 Uhr in der jeweiligen Gastronomiestätte aufhalten. Darüber hinaus sind auch während einer geschlossenen Gesellschaft die Covid-19-Regelungen (Mindestabstand und Maskenpflicht in geschlossenen Räumen) einzuhalten. 

Antrag und COVID-19 Präventionskonzept

Bei Veranstaltungen zwischen 501 bzw. 751 und 1.000 bzw. 1.250 BesucherInnen muss mindestens 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn, ein Antrag bei der Bezirksverwaltungsbehörde, unter Vorlage eines COVID-19 Präventionskonzepts, gestellt werden.

Dieser Antrag samt Präventionskonzept ist unabhängig von der Veranstaltungsmeldung (bis 300 Personen) bzw. einer Veranstaltungsanzeige (über 300 Personen), nach Oö. Veranstaltungssicherheitsgesetz erforderlich.